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KUNSTRAUM EWIGKEITSGASSE

 

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  Zum kulturellen Brennpunkt Thelemangasse
 
Es gibt Häuser, die von vergessenen, verborgenen Schicksalen erzählen, die.sich hinter ihren Mauern abspielten. Vollgesogen mit Ereignissen, verknüpft mit Personen, die hier im doppelten Sinne prägend wirkten, entwickelten sich diese Gebäude zu starken kulturellen „Kraftorten“, die neu belebt, die Erinnerungen an diese Menschen, ihr Schaffen, wach halten, um sie auch für die Zukunft zu konservieren. Ihre Spuren zu entdecken, sie zu dechiffrieren, um sie zu verstehen und zu bewahren, zählt zu jenen kulturpolitischen Aufgaben, denen wir uns stellen müssen, wollen wir der Vergangenheit mit vitaler Zukunft begegnen.

Einen dieser kulturell brisanten „Kraftorte“ für Kunst- und Kulturschaffende der Gegenwart stellte bis 2008 ein Kleinod österreichischer Industrie-Geschichte dar und befand sich im 17. Wiener Gemeindebezirk Hernals in der Thelemangasse 4. Hier war die Fabrik der Familie des Schritstellers Frederic Morton, angesiedelt, in der Orden, Medaillen geprägt und Stanzteile produziert wurden.
In dieser Gasse wurde er als Fritz Mandelbaum geboren und hat seine Kindheit und Jugend verbracht, bis er 1939 von den Nationalsozialisten vertrieben wurde. Für ihn war die Thelemangasse selbst in den USA immer der „Nabel der Welt“. Immer wieder kehrt Frederic Morton in diese kaum hundert Meter lange Gasse zurück, die seine Jugend mitgeprägt hat, in seine „Heimat“. Die Fabrik gibt es nun nicht mehr. Sie wurde geschlossen, die Maschinen demontiert und verschrottet.

Die Idee, Literatur, bildende Kunst, Musik und Erinnerung in einer einzigartigen Symbiose miteinander zu verbinden, ist lebendiger denn je. Die Thelemangasse 6 ist die neue Adresse einer Institution, deren Vertreter – federführend der Verein welt&co - den Versuch unternehmen, diese Tradition würdig fortzusetzen und Kunstschaffenden der Gegenwart einen wichtigen Zufluchtsort bieten.

Die Räumlichkeiten in der Thelemangasse 6 werden unter dem Begriff „Ewigkeitsgasse“ bespielt, einerseits mit Ausstellungen, andererseits mit Veranstaltungen, die sich im weitesten Sinne mit „Gegenwart und Erinnerung“ befassen.

 
 KUNSTRAUM EWIGKEITSGASSE auf FACEBOOK www.facebook.com/EWIGKEITSGASSE

 

 

 

   

  Aktuelles Programm

 

 

2013


Donnerstag, 20. Juni, 20 Uhr

Mittwoch, 19. Juni 19 Uhr
Einladung zu einem fulminanten, hochkarätigen Abend mit Lesung, Gesang und Kunst.

Lisa Grüner liest Hernalser Texte, damits was zu lachen gibt.
Doris Krsko singt wundervolle Lieder, damits was zum Träumen gibt und den
wundervollen Rahmen bietet der Kunstraum EWIGKEITSGASSE mit abstrakter Kunst von
Simonetta Hary, deren Finissage wir feiern.

Ich freu mich auf euch! Bringt zahlreich Freunde mit, damit wir nachher Party feiern können

Dienstag, 18. Juni, 19 Uhr Frederic Morton in der Hauptbücherei
am Urban Loritz Platz, 1070 Wien
 

Sonntag, 9. Juni Matinee 11 Uhr
Gastvortrag zu Zeitprägungen VI
Der Verein Welt&Co/Kunstraum Ewigkeitsgasse freut sich diese sehens- und hörenswerte Matinee
ankündigen zu können.
Prof. Keith Holz (Illinois/USA) spricht im Rahmen der Projektreihe "Zeitprägungen"
über das Verhältnis von Oskar Kokoschka zum Wiener Verleger Robert Freund, der nach der erzwungenen Emigration aus Wien in New York als Herausgeber zeitlebens tätig war.
"Looking back to future" auch auf einen Exodus des Geistes ohne Beispiel und dem Beginn der Bücherverbrennung im Mai 1933.
(Der Vortrag ist in englischer Sprache)
Alfred Woschitz

 

Dienstag, 4. Juni, 19 Uhr Vernissage Simonetta Hary "CHANGING VIEWS"

Montag, 3. Juni Finissage VENEDIG ab 17 Uhr


 

[ Samstag und Sonntag 25. und 26. Mai ART2GO ]
www.kulturnetz-hernals.at/index.php/knh-labor/art2go-25.-26.-mai-2013/eroeffnungsprogramm

Ausstellung "Venedig" mit Michaela Hainisch, Lily Pril und Ian Krause,
Ausstellungsdauer: 21.-31. Mai 2013, 25.5. - 26.5., 14 - 19 h
ab 19:00 Uhr Filme von: Mara Matuschka, Mansu Madavi und den Dok Film "Durch die Welt nach Hause" von Andrea Eckert (bester Dok Film des Jahres/Viennale 2009) danach Lesung aus "Ufer der Verlorenen" von Joseph Brodsky, mit Photographien von Peter Anders Hassiepen, erschienen im Carl Hanser Verlag München 1991.
Musikalische Untermalung: Lukas Glanz, Singer/Songwriter präsentiert Eigenkompositionen

 

Freitag, 24. Mai, 20.30 Uhr
Lukas Glanz live
Konzert an Gitarre und Klavier
www.facebook.com/yourdiarymusic
https://soundcloud.com/lukas-glanz

Donnerstag, 16. Mai, 19 Uhr
Lesung von Margarethe HERZELE aus ihrem Roman "Chaos unter der Haut"
www.galeriestudio38.at/PLATTFORM-MARTINEK

Mittwoch, 15. Mai Vernissage Walter Turrini Skulpturen und Objekte


Freitag, 10. Mai

Donnerstag, 9. Mai, 20 Uhr Lesung Zdenka Becker "Der größte Fall meines Vaters"

 

Freitag, 26. April Lesung Bernd Höfer

Samstag, 4. Mai 18 Uhr Finissage

 

Mittwoch, 17. April

Vernissage der Zeichnungen von Alfred ROSSI und Lesung von
Autorinnen und Autoren des Buches "Das Leben ist eine gefallene Braut"
Gabriele Petricek
Hahnrei Wolf Käfer
Helmuth A. NIEDERLE
Serafettin Yildiz

www.galeriestudio38.at/PLATTFORM-MARTINEK

Samstag, 13. April ab 17 Uhr

Finissage und Lesung :KUBG: gefühlt, geschrieben, gelesen
Einlass: 17 Uhr, Lesung 18.30 Uhr
Texte: Lisa Grüner Gelesen von: Peter Ahorner
Ausstellung mit Fotos, Malerei und Projektion
Kontakt: Lisa Grüner 06769397800

 

 

Sonntag 7. April 2013 18:30 - 22:00
Rundum Literatur
www.kulturnetz-hernals.at
Begrüßung: Mag. Roman Lechner
Moderation: Dr. Daniela Schmeiser
Es lesen: Alfred Woschitz, Magister Zwickel (Martin Freitag und Peter Adlersburg),
Amira El Sayed
Zwischen den Zeilen: Sepp Neustifter (Klavier)

Samstag, 6. April, 19.30 Uhr Lisa Grüner KUBA dreidimensional

 

Donnerstag, 14. März 2013, 19 Uhr Regina MORITZ NEW YORK/WIEN
reginamoritz.wordpress.com

Freitag, 8. März, 19 Uhr www.galeriestudio38.at/ANNA-WAGNER

 

Donnerstag, 21. Februar, 19 Uhr Lesung und Ausstellung Michaela Hainisch
Finissage am 3. März

Montag, 18. Februar, 19.30 Uhr


 

Sonntag, 17. Februar, 19.30 Uhr

KRIMINELLES aus KÄRNTEN


FINISSAGE der Ausstellung Lily Pril „be pril ed“ und
Axel Karner LESUNG aus „Der rosarote Balkon“
MUSIK Uli Scherer, p

Lily Pril
Geboren in Graz lebt und malt seit 1985 in Klagenfurt
Schülerin von Franz Kaplenig, lernt bei Luka Anticevic Abstrakt / Informel.
Ab 2000 Ausbildung in Werbegrafik
Tritt der AAA – Austrian Art Association bei
Dazwischen immer wieder diverse Ausstellungen und Studienreisen im In- und Ausland
Ab Februar 2011 an der "Freien Akademie der Bildenden Künste und Literatur Kärnten"
In New York verliebte sie sich in Pop Art und diese Kunstrichtung zieht sich durch ihre Werke wie ein roter Faden...

Ab 2012 erfindet sie liebevolle freche Kreaturen in Tusche, die satirisch das Leben  widerspiegeln...

Der rosarote Balkon Axel Karner (Wieser Verlag, Klagenfurt/Celovec 2012)

Axel Karner
geboren 1955 in Zlan, Kärnten;
arbeitet als Autor und Lehrer für Evangelische Religion, Darstellendes Spiel und Soziales Lernen in Wien.
Schreibt Gedichte und Geschichten in Dialekt und Schriftsprache. Ist Mitglied bei der GAV (Grazer Autorinnen Autorenversammlung), ÖDA (Österreichische DialektautorInnen/Archive), dem Österreichischen Schriftstellerverband (OeSV/AWA) und dem Literaturkreis Podium.

Kein Gesang. Die Eberesche fängt Feuer. Sonne und Mond verdeckt. Wo früher die Säue sich wälzten, mästen sie ihre Sprosse.

Uli Scherer: piano
Musiker und Komponist
geboren 1953 in Villach/Kärnten
Mitbegründer des Vienna Art Orchester
1989 Deutscher Kleinkunstpreis mit „Jandl Artestry“
Kulturpreis der Stadt Villach
Preis der dt. Schallplattenkritik 2010
lebt und arbeitet in Wien

Freitag, 25. Jänner 2013, ab 19 Uhr

 

Sweet Poison auf You Tube

www.youtube.com/watch?v=NTRjfbA8tU8
www.youtube.com/watch?v=Svx3DtcZrr4 

Dienstag, 15. Jänner 2013, ab 19 Uhr

 

 

2012

Montag, 17. Dezember 2012 ab 19 Uhr
Zum Jahresausklang „Literatur im Greißlerladen“!

Lesung & Buchpräsentation
MIEFKE SAGA
Das Debütwerk des Kärntner Autors Gerald Eschenauer
Kunstraum EWIGKEITSGASSE Thelemangasse 6, 1170 Wien
Musikalische Begleitung:
Tita PESATA (Violoncello) gemeinsam mit Andreas Wykydal (Piano)

Miefke Saga
Taschenbuch: 52 Seiten
Verlag: Bibliothek der Provinz (12. Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3990281194
ISBN-13: 978-3990281192
Preis: € 8.-
www.bibliothekderprovinz.at

Gerald Eschenauer, Jahrgang 1972, wurde in der Mittelkärntner 500 Seelengemeinde
Zweikirchen, am Fuße des Ulrichsberg, als jüngstes von insgesamt 8 Kindern geboren.
Mehrere Jahre arbeitete Eschenauer im Rundfunkbereich. Schauspiel, Theater, die Literatur und Philosophie ist seither sein steter Begleiter. www.mittagskogel.org

 

 

 

Montag, 22. Oktober, 19 Uhr


 

GEDENKABEND zum Ende der Ausstellung Briefe aus dem KZ Groß-Rosen

 

 

 

Freitag, 5. Oktober, 19 Uhr

 

Briefe aus dem KZ Groß- Rosen
Ein Projekt zu Freiheit / Kunst / Widerstand von
Herbert PASIECZNYK

"Ausgang meiner Arbeit ist ein Brief aus dem Konzentrationslager Groß-Rosen von meinem Onkel Myron Pasicznyk,
geschrieben am 25. Jänner 1942." 

Myron Pasicznyk starb im Lager Dachau am 22. Oktober 1943
an den Folgen der Lagerhaft, die er in KZ Groß- Rosen erlitten hatte.

ERÖFFNUNG: Dr. Kurt SCHOLZ Zukunftsfonds Österreich
 

                         

Der Feinmechanikergehilfe Myron Pasieznyk (Pasicznyk) war Funktionär der KPÖ, bis Herbst 1937 Kontrollor für den Transport von angeworbenen Spanienkämpfern in Basel und versuchte dann in Vorarlberg eine neue Anlaufstelle zu schaffen. Nach kurzer Haft im Februar 1938 ging er nach Spanien und kämpfte dort auf Seiten der Republik. 1939 war Myron Pasieznyk in Frankreich (Saint Cyprien, Gurs) interniert und meldete sich zum unbewaffneten militärischen Arbeitsdienst (service de prestation). Er wurde am 2. 6. 1940 festgenommen und nach Wien überstellt. Myron Pasieznyk wurde am 17. 12. 1941 wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus verurteilt. Am 16. 1. 1942 wurde er in das KZ Groß-Rosen und von dort in das KZ Dachau überstellt, wo er am 22. 10. 1943 umkam.

Aus einem Brief von Myron Pasieznyk an seine Familie, 16. 5. 1943:
"Meine Lieben!
Warte nun schon über eine Woche von Stunde zu Stunde vergeblich auf irgendwelche Nachricht von Euch. Bin doch gewöhnt, dass ich bis längstens am 10. des Monats irgendein Lebenszeichen von Euch habe. Da dies diesmal nicht der Fall ist, mache ich mir allerlei dumme Gedanken und studiere herum, was los sein könnte, und das ist bestimmt nicht gut für mich. Es ist richtig, das letzte Mal habe ich nicht geschrieben, aber bei mir gibt es wirklich nichts, ist ein Tag wie der andere, auch bin ich nicht immer in Stimmung um selber zu schreiben und das müsst Ihr verstehen."

 

33. AUS: URTEIL DES OLG WIEN GEGEN MYRON PASICZNYK WEGEN VORBEREITUNG ZUM HOCHVERRAT, 17. 12. 1941 OLG WIEN OJ8 194/41
Er wurde schon als Schuljunge von seinem Vater oft in kommunistische Versammlungen mitgenommen und trat im Herbst 1926 dem Kommunistischen Jugendverband bei. Nach den Juli Ereignissen des Jahres 1927 wurde er Kassier der Ortsgruppe Währing des KJV. und versah diese Funktion bis zum Herbst 1928. Anlässlich des zu dieser Zeit veranstalteten Kongresses des KJV. wurde er in die Stadtleitung des KJV. gewählt und zum Organisationsreferenten bestellt. Am 1. Jänner 1930 wurde er in die KP(). aufgenommen und arbeitete fortan ehrenamtlich in der Zentralleitung der KPÖ mit.
Im September 1930 fuhr der Angeklagte zu seinem Vater nach Charkow, wo er bis Ende November 1933 im ukrainischen Forschungsinstitut für industrielle Energie als Mechaniker beschäftigt war. Anfang September 1933 begab er sich nach Moskau und besuchte dort zunächst bis Mitte Juni 1934 die Universität für die westlichen Minderheiten. Er trat auch gleich mit kommunistischen Parteikreisen in Verbindung und fuhr in deren Auftrag im Juni 1934 nach Prag und Wien. Anfang Juli 1934 kam er in Wien an und wurde hier von der Leitung der KPÖ. zum verantwortlichen Leiter für die Werbung unter den Soldaten des Bundesheeres und der Exekutive bestellt. ...
...Nachdem er von der zuständigen KP. Stelle endgültig als Kontrollor für den illegalen Transport von angeworbenen Rotspanienkämpfern bestätigt worden war, fuhr er nach Basel und nahm dort seine neue Tätigkeit auf. Während dieser Tätigkeit, die er bis September 1937 versah, brachten die Grenzgänger etwa 400 Personen verschiedener Nationalitäten auf Schleichwegen nach Frankreich. Diese Personen wurden im Büro des Angeklagten listenmäßig erfasst; die Listen wurden nach Paris an Kment übersendet. ...
Im September 1937 kam Julius Deutsch aus Paris nach Basel und eröffnete dem Angeklagten, daß die Anlaufstelle an der österreichisch-schweizerischen Grenze aufgeflogen sei, und daß er sie neu zu organisieren habe. Er fuhr infolgedessen unter dem Namen Schneeweiss nach Wien und wurde hier von der KP.-Leitung mit dem Instruktor der KP. für Vorarlberg zusammengeführt, der in Bregenz eine Anlaufstelle einrichtete. Da diese Anlaufstelle aber schon im Dezember 1937 ausgehoben wurde, fuhr der Angeklagte auf Befehl des Deutsch selbst nach Tirol, um eine neue Anlaufstelle einzurichten.
Im Jänner 1938 versuchte der Angeklagte, von Innsbruck aus eine neue Beförderungsstelle für Rotspanienkämpfer in Vorarlberg zu schaffen. Er trat unter dem Decknamen "Benno" mit mehreren kommunistischen Parteigängern (Giovanni Braida, Edwin Tangl und Ferdinand Kaiser, Karl Mayer, Elisabeth Gall und and.) in Verbindung und bestimmte ein Sportgeschäft in der Nähe des Innsbrucker Bahnhofes zum Treffpunkt und zur Anlaufstelle für weitere Rotspanienkämpfer. Von Giovanni Braida erhielt er für seine Tätigkeit etwa 5000 Franken, die Braida zu diesem Zweck von der KP.-Ieitung in Paris erhalten hatte. Etwa 400 S gab Pasicznyk dem vorerwähnten Ferdinand Kaiser zur Beförderung von vier Polen, die für Rotspanien geworben waren, nach der Schweiz. Am 4. Feber 1938 wurde Pasicznyk in Innsbruck verhaftet, jedoch schon am 19. Feber 1938 auf Grund der Feber Amnestie aus der Haft entlassen. Er kehrte sodann nach Wien zurück.
Pasicznyk wurde zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus verurteilt. aber schon am 16. 1. 1942 auf Grund des Erlasses des Chefs der Sicherheitspolizei und des So vom 30. 12. 1941 dem Konzentrationslager Groß-Rosen überstellt.
Myron Pasicznyk
5. 11. 1909 - + 22. 10. 1943 Dachau
1926 -1930 KJV
12. 3. 1938 KPÖ
10. 4. 1938 - 8. 2. 1939 K.P. von Rotspanien

Das Konzentrationslager Groß-Rosen war ein Arbeitslager der Nationalsozialisten
in Niederschlesien im heutigen Polen.

Geschichte des Lagers
Es wurde am 2. August 1940 als Nebenlager des KZ Sachsenhausen eingerichtet. Im März 1941 begann der Bau des Lagers mit 4 Blocks. Ab dem 30. April 1941 war es nicht mehr Nebenlager.
Die Errichtung des Großen Lagers mit einer ursprünglichen Kapazität für 7.000 Häftlinge, die jedoch auf 20.000 erhöht wurde, war zu Beginn des Jahres 1944 abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt erfuhr das KZ Groß Rosen eine erneute Erweiterung.
Die Häftlinge des Hauptlagers wurden in den Groß Rosener Steinbrüchen zum Granitabbau eingesetzt. Zahlreiche Nebenlager dienten der Heranführung von billigen Arbeitskräften zu den Betrieben der kriegswichtigen Industrie.
Zwischen 1940-45 waren hier etwa 130.000 Menschen inhaftiert, davon sind ca. 40.000 zu Tode gekommen.
Das Lager wurde am 13. Februar 1945 befreit.

 

 
   
 

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 weiterführende  informationen 

Frederic Morton aktuelle Interviews
www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/usa2012/3157135/psychisch-amerikaner-verunsichert-labil.story

http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/1305981/Fritz-Es-ist-ein-Traum

 

 

                                               

 october 5, 2010

  

  

Als Frederic Morton 1924 in Wien geboren wurde, hieß er noch Fritz Mandelbaum. Die väterliche Fabrik im Gemeindebezirk Hernals produzierte Medaillen und Ehrenabzeichen für den Kaiser und später für die Republik. Nach dem Anschluss floh die Familie in die Vereinigten Staaten. Als Korrespondent für US-Magazine lebte Frederick Morton, nun Amerikaner, wieder eine Zeitlang in Wien, einer Stadt, die ihn als Historiker, Publizisten und als Menschen niemals losgelassen hat. Im Gespräch mit Philipp Blom reflektiert Morton anlässlich seines 86. Geburtstags über ein Leben voller Ambivalenzen.

 

 Von Tag zu Tag Ö1

     
     

Frederic Morton  (* 5. Oktober 1924 in Wien als Fritz Mandelbaum)

Mandelbaum wuchs in der Thelemangasse in Hernals auf und ging auf die Realschule BRG 17.

Das Haus in der Thelemangasse sowie drei anliegende Häuser waren im Besitz seiner Familie, die Eisenwarenfabrikanten waren. Gegründet wurde das Familienunternehmen von seinem Großvater Bernhard Mandelbaum, der für Kaiser Franz Joseph I. Medaillen schmiedete.

Mit dem Einmarsch der Nazis 1938 und dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich musste die jüdische Familie 1939 nach England ins Exil, seit 1940 lebte sie in New York. In Amerika angekommen änderte der Vater von Fritz Mandelbaum den Familiennamen auf Morton um. Frederic Morton kam 1951 nach dem Krieg als amerikanischer Korrespondent zeitweise nach Wien zurück. Er arbeitete später unter anderem für die New York Times und das Magazin Esquire.

Er gilt als Meister der sanften Satire, mit seinen Bestsellern "Die Rothschilds, ein Porträt der Dynastie" und "Ewigkeitsgasse" wurde er weltweit berühmt. Was er schreibe, sei der "Versuch, den Ich-besessenen zukunftsbangen Neurosen des 21. Jahrhunderts entgegenzutreten", meinte Frederic Morton einmal. 
 


Mit 15 Jahren musste er aus seiner Heimat flüchten. Er arbeitete in den USA zuerst als Bäcker und kam als Literaturstudent an der Columbia University und als Schüler der New School for Social Research mit der deutschsprachigen Exilliteratur in Kontakt. Seit 1947 erschienen literarische und journalistische Arbeiten in Buchform und auch in Zeitungen und Magazinen wie der "New York Times", "Esquire", "Playboy", "The Atlantic" und "Hudson Review". Zudem unterrichtete er an mehreren Universitäten englische Literatur. 1986 erhielt Morton das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien, fünfzehn Jahre später folgte die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt in Gold.
Und ein Jahr später wurde "Ewigkeitsgasse" als Gratisbuch im Rahmen der Aktion "Eine Stadt - ein Buch" in einer Anzahl von 100.000 Stück verteilt. 2003 wurde Morton das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst verliehen.


 

Sein Debüt auf dem literarischen Parkett gab Morton 1947 mit dem Band "The Hound", der mit einem Literaturpreis ausgezeichnet und von Thomas Mann gelobt wurde. Der endgültige Durchbruch gelang ihm, nachdem er viele Jahre für amerikanische Magazine wie Esquire oder Playboy geschrieben hatte, schließlich 1962 mit einem Buch, das in den USA und in England den ersten Platz der Bestsellerlisten erreichte und dessen Musicalbearbeitung zwei Jahre am Broadway lief: "Die Rothschilds". Porträt einer Familie. Bücher wie "Die Ewigkeitsgasse", in dem er seinem Großvater ein Denkmal setzt, und "Wetterleuchten. Wien 1913/14", in dem, penibel recherchiert, die letzten Jahre vor dem Zusammenbruch der Monarchie beschrieben werden, festigten seinen Ruf als Autor, dessen Bücher "well done" sind. Morton ist allerdings nie nur Schriftsteller gewesen, immer hat er sich, wie in seiner Kolumne für die progressive Village Voice, auch politisch geäußert. Gegen Vietnam, gegen den Irakkrieg, oft auch kritisch gegenüber Israel.

Im Moment schreibt Morton an einem Buch mit dem Arbeitstitel "Mythos Amerika" über die Diskrepanz zwischen den US-amerikanischen Idealen und der historischen Realität."

 

"Vielleicht sind es in der Tat Kreisbewegungen, die das Werk Mortons am ehesten charakterisieren. Das Kreisen um Herkunft und Heimat, das Drehen des Mühlrads der Geschichte, das Rattern der Zugräder auf dem Weg von hier nach nirgendwo, und immer wieder die Kreisbewegung des Wiener Walzers, dem "Durch die Welt" nach Hause eine seiner schönsten Passagen verdankt.

Auszüge aus Stefan Gmünders Text über den Autor ("Der Standard", 5. Oktober 2009)  

 

 

 

Schriften

 

Dunkle Leidenschaft. Aus dem Amerikanischen von Katrin Kaufmann. Schuler, Stuttgart 1951.

Asphalt und Begierde. Aus dem Englischen von Heinz Winter. Zsolnay, Wien-Hamburg 1961.

Die Rothschilds. Porträt einer Familie. Ins Deutsche übertragen von Hans Lamm. Droemer-Knaur, München-Zürich 1962.

Die Affäre Schatten. Molden, Wien 1965.

Schicksalsjahr Wien 1888/89. Aus dem Amerikanischen von Karl Erwin Lichtenecker. Molden, Wien 1979, ISBN 3-217-01138-4.
Neuveröffentlichung als Ein letzter Walzer. Wien 1888/89. Deuticke, Wien 1997, ISBN 3-216-30146-X.

Wetterleuchten 1913/1914. Aus dem Amerikanischen von Johannes Eidlitz. Ueberreuter, Wien 1990, ISBN 3-8000-3353-4.

Crosstown sabbath. Über den Zwang zur Unrast. Mit einem Vorwort von Adolf Holl. Vom Verfasser autorisierte Übersetzung aus dem Amerikanischen von Susanne Costa. Deuticke, Wien 1993, ISBN 3-216-30041-2.

Geschichten aus zwei Welten. Deuticke, Wien 1994, ISBN 3-216-30061-7.

Die Ewigkeitsgasse. Deuticke, Wien 1996, ISBN 3-216-30191-5.

Das Zauberschiff. Aus dem Amerikanischen von Karl-Erwin Lichtenecker. Deuticke, Wien 2000, ISBN 3-216-30469-8.

Durch die Welt nach Hause. Mein Leben zwischen Wien und New York. Autobiographie. Aus dem amerikanischen Englisch von Susanne Costa. Deuticke, Wien 2006, ISBN 3-552-06030-8.


Marica Morton und Frederic Morton: Schokolade. Kakao, Praline, Trüffel & Co. Aus dem Amerikanischen von Kurt Bracharz. Deuticke, Wien 1995, ISBN 3-216-30157-5.

 
Neuauflage des Romans „Ewigkeitsgasse“ von Frederic Morton
Roman – übersetzt von Hermann Stiehl
Erscheinungsdatum: 14.12.2010
Fester Einband, 512 Seiten
Mit Lesebändchen
Preis: 24.90 € (D) / 37.90 sFR (CH) / 25.60 € (A)
ISBN 978-3-552-06164-4
Deuticke

Frederic Morton erzählt in diesem Roman die Geschichte der Familie Spiegelglas. In einer kleinen Gasse in einem Wiener Vorstadtbezirk gründet Berek Spiegelglas eine Fabrik und kommt so zu Wohlstand und Ansehen. Leon Spiegelglas, sein Enkel, flieht vor der Barbarei des Nationalsozialismus nach Amerika. In seinem Gepäck hat er einen Stein aus der "Ewigkeitsgasse" - und die Erinnerung an eine Welt, die für immer verloren ist. Familiengeschichte, Legende und Fiktion verschmelzen zur farbigen Chronik einer Welt, die an jenem Tag des Jahres 1938 unterging, "da in Österreich die Hakenkreuze aufblühten wie die Gänseblümchen".
 
   

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