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/► zur thelemangasse / |
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| Zum kulturellen Brennpunkt Thelemangasse | |
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Es gibt Häuser, die von vergessenen, verborgenen Schicksalen erzählen, die.sich hinter ihren Mauern abspielten. Vollgesogen mit Ereignissen, verknüpft mit Personen, die hier im doppelten Sinne prägend wirkten, entwickelten sich diese Gebäude zu starken kulturellen „Kraftorten“, die neu belebt, die Erinnerungen an diese Menschen, ihr Schaffen, wach halten, um sie auch für die Zukunft zu konservieren. Ihre Spuren zu entdecken, sie zu dechiffrieren, um sie zu verstehen und zu bewahren, zählt zu jenen kulturpolitischen Aufgaben, denen wir uns stellen müssen, wollen wir der Vergangenheit mit vitaler Zukunft begegnen. Einen dieser kulturell brisanten „Kraftorte“ für Kunst- und Kulturschaffende der Gegenwart stellte bis vor einem Jahr ein Kleinod österreichischer Industrie-Geschichte dar und befand sich im 17. Wiener Gemeindebezirk Hernals in der Thelemangasse 4. Hier war die Fabrik der Familie des Schritstellers Frederic Morton, angesiedelt, in der Orden, Medaillen geprägt und Stanzteile produziert wurden. Die Idee, Literatur, bildende Kunst, Musik und Erinnerung in einer einzigartigen Symbiose miteinander zu verbinden, ist lebendiger denn je. |
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weiterführende informationen |
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october 5, 2010 |
Als Frederic Morton 1924 in Wien geboren wurde, hieß er noch Fritz Mandelbaum. Die väterliche Fabrik im Gemeindebezirk Hernals produzierte Medaillen und Ehrenabzeichen für den Kaiser und später für die Republik. Nach dem Anschluss floh die Familie in die Vereinigten Staaten. Als Korrespondent für US-Magazine lebte Frederick Morton, nun Amerikaner, wieder eine Zeitlang in Wien, einer Stadt, die ihn als Historiker, Publizisten und als Menschen niemals losgelassen hat. Im Gespräch mit Philipp Blom reflektiert Morton anlässlich seines 86. Geburtstags über ein Leben voller Ambivalenzen.
Von Tag zu Tag Ö1 |
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Frederic Morton (* 5. Oktober 1924 in Wien als Fritz Mandelbaum) Mandelbaum wuchs in der Thelemangasse in Hernals auf und ging auf die Realschule BRG 17. Das Haus in der Thelemangasse sowie drei anliegende Häuser waren im Besitz seiner Familie, die Eisenwarenfabrikanten waren. Gegründet wurde das Familienunternehmen von seinem Großvater Bernhard Mandelbaum, der für Kaiser Franz Joseph I. Medaillen schmiedete. Er gilt als Meister der sanften Satire, mit seinen Bestsellern "Die Rothschilds, ein Porträt der Dynastie" und "Ewigkeitsgasse" wurde er weltweit berühmt. Was er schreibe, sei der "Versuch, den Ich-besessenen zukunftsbangen Neurosen des 21. Jahrhunderts entgegenzutreten", meinte Frederic Morton einmal.
Sein Debüt auf dem literarischen Parkett gab Morton 1947 mit dem Band "The Hound", der mit einem Literaturpreis ausgezeichnet und von Thomas Mann gelobt wurde. Der endgültige Durchbruch gelang ihm, nachdem er viele Jahre für amerikanische Magazine wie Esquire oder Playboy geschrieben hatte, schließlich 1962 mit einem Buch, das in den USA und in England den ersten Platz der Bestsellerlisten erreichte und dessen Musicalbearbeitung zwei Jahre am Broadway lief: "Die Rothschilds". Porträt einer Familie. Bücher wie "Die Ewigkeitsgasse", in dem er seinem Großvater ein Denkmal setzt, und "Wetterleuchten. Wien 1913/14", in dem, penibel recherchiert, die letzten Jahre vor dem Zusammenbruch der Monarchie beschrieben werden, festigten seinen Ruf als Autor, dessen Bücher "well done" sind. Morton ist allerdings nie nur Schriftsteller gewesen, immer hat er sich, wie in seiner Kolumne für die progressive Village Voice, auch politisch geäußert. Gegen Vietnam, gegen den Irakkrieg, oft auch kritisch gegenüber Israel.
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Schriften
Dunkle Leidenschaft. Aus dem Amerikanischen von Katrin Kaufmann. Schuler, Stuttgart 1951. Asphalt und Begierde. Aus dem Englischen von Heinz Winter. Zsolnay, Wien-Hamburg 1961. Die Rothschilds. Porträt einer Familie. Ins Deutsche übertragen von Hans Lamm. Droemer-Knaur, München-Zürich 1962. Die Affäre Schatten. Molden, Wien 1965. Schicksalsjahr Wien 1888/89. Aus dem Amerikanischen von Karl Erwin Lichtenecker. Molden, Wien 1979, ISBN 3-217-01138-4. Wetterleuchten 1913/1914. Aus dem Amerikanischen von Johannes Eidlitz. Ueberreuter, Wien 1990, ISBN 3-8000-3353-4. Crosstown sabbath. Über den Zwang zur Unrast. Mit einem Vorwort von Adolf Holl. Vom Verfasser autorisierte Übersetzung aus dem Amerikanischen von Susanne Costa. Deuticke, Wien 1993, ISBN 3-216-30041-2. Geschichten aus zwei Welten. Deuticke, Wien 1994, ISBN 3-216-30061-7. Die Ewigkeitsgasse. Deuticke, Wien 1996, ISBN 3-216-30191-5. Das Zauberschiff. Aus dem Amerikanischen von Karl-Erwin Lichtenecker. Deuticke, Wien 2000, ISBN 3-216-30469-8. Durch die Welt nach Hause. Mein Leben zwischen Wien und New York. Autobiographie. Aus dem amerikanischen Englisch von Susanne Costa. Deuticke, Wien 2006, ISBN 3-552-06030-8.
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| Neuauflage des Romans „Ewigkeitsgasse“ von Frederic Morton Roman – übersetzt von Hermann Stiehl Erscheinungsdatum: 14.12.2010 Fester Einband, 512 Seiten Mit Lesebändchen Preis: 24.90 € (D) / 37.90 sFR (CH) / 25.60 € (A) ISBN 978-3-552-06164-4 Deuticke Frederic Morton erzählt in diesem Roman die Geschichte der Familie Spiegelglas. In einer kleinen Gasse in einem Wiener Vorstadtbezirk gründet Berek Spiegelglas eine Fabrik und kommt so zu Wohlstand und Ansehen. Leon Spiegelglas, sein Enkel, flieht vor der Barbarei des Nationalsozialismus nach Amerika. In seinem Gepäck hat er einen Stein aus der "Ewigkeitsgasse" - und die Erinnerung an eine Welt, die für immer verloren ist. Familiengeschichte, Legende und Fiktion verschmelzen zur farbigen Chronik einer Welt, die an jenem Tag des Jahres 1938 unterging, "da in Österreich die Hakenkreuze aufblühten wie die Gänseblümchen". |
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