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SONJA HENISCH


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1947 in Wien geboren, Matura, Arbeit als Volksschullehrerin im öffentlichen Schuldienst, Diplom- u. Montessori Pädagogin
Künstlerische Volkshochschule, Prof. Matejka, Prof. Martintz, Prof. Winiwarter, Hochschule für Bild. Kunst: Claus Pack, Aktzeichnen, Hochschule für Angewandte Kunst: Prof. Tasquil, Prof. Frohner, Prof. Herberth, Prof. Oberhuber - Diplom 1975, 1989/90 Basisseminare &  Aufbauseminar zum Darstellenden Spiel, Schreiben erster Stücke für die Theatergruppe Pernitz, Leitung der Kindertheatergruppe, Uraufführung : „Papaschmatzi“, 2001-2003 Seminare im Rahmen von ATINÖ (Außerberufliches Theater in Niederösterreich)
Außerordentliche Würdigung zweier Theaterprojekte durch den Stadtschulrat für Wien 2004;
Außerordentliche Würdigung für die Bearbeitung des Stückes „Die Regentrude“ nach Th. Storm, sowie die öffentliche Aufführung im Wiener Künstlerhaus im Rahmen des ÖKS.Projektes „Multikids“. 
Seit 2007 ausschließlich künstlerisches Arbeiten.  
Veröffentlichungen: Die Wogen der Drina; THEODORA oder Die Quadratur des Seins: schreibt regelmäßig für Pappelblatt und AUGUSTIN;  seit 2014 Mitglied im Österreichischen PEN Club, Pressereferentin der Kulturinitiative Klopfzeichensonja.henisch@klopfzeichen.at

www.sonja-henisch.at  mailto: sonja henisch
 

 text

Erste Auslöser waren Kindertheaterstücke. Die zweite Motivation war, nicht nur mit Farbe, sondern auch mit Worten zu malen.
Als drittes kommt mein soziales Engagement dazu.
Ich male und zeichne seit meinen frühesten Kindertagen. In Kindertagen war ich traurig, wenn die Staffelei besetzt war.
In der 2. Klasse Volksschule machte ich mir Gedanke, Portraits [zurück]

lesungen, ausstellungen

Permanente Ausstellung ausgewählter Werke in der Praxis Lebens- u. Sozialberatung
Günther Pfeiffer (Terminvereinbarung unter +43 664 2421781) 

2016
Dienstag, 13. September Mitwirkung bei Pappelblatt-Lesung inklusive Präsentation Heft 8 STILLE
Café Himmelblau Kutschkergasse 36, 1180 Wien

Juli & August Werke in der AUSSTELLUNG ART.SALON SUMMER ’16
ARTOPIA Kunst im Hinterhof Wiedner Hauptstraße 46, 1040 Wien
24. - 26. Juni vertreten beim ART.SALON SUMMER '16

vertreten beim Pappelblattstand bei den Kritischen Literaturtagen 2016 https://krilit.wordpress.com/programm
Freitag 10. Juni - Sonntag, 12. Juni Lesung am Samstag, 11. Juni  Yppenplatz/ Brunnengasse 71  - 1160 Wien

www.augustin.or.at/zeitung/tun-und-lassen/rassismusfreie-zone-gesucht.html

Teilnahme an der Gruppenausstellung GRENZ_GÄNGE 16. April - 5. Juni OFFSPACE C.I.

Montag, 2. Mai Handwerker, Frau Nowotny und andere Kuriositäten 
Sonja Henisch liest verlegte Texte
CLUBRAUM der Kulturinitiative KLOPFZEICHEN 
im Cafe Amadeus Märzstraße 4, 1150 Wien 

Mitwirkung bei Pappelblatt-Lesung inklusive Präsentation Heft 7
Die Mondin trifft Yin/Yang Donnerstag, 7. April
Buchhandlung BelleARTi Wiedner Hauptstraße 131, 1050 Wien

Beitrag in der Frühjahrsausgabe von Pappelblatt & Lesung bei der
Präsentation am Donnerstag, 3. März im Cafe Mocca, Gersthofer Straße 2a, 1180 Wien

Donnerstag, 10. März Lesung aus dem Roman “Theodora oder die Quadratur des Seins”
mit Gedanken zur Politik in Lyrik und Prosa Buchhandlung Belle Arti, Wiedner Hauptstraße 131, 1050 Wien
www.buecherecke.at

Montag, 29. Februar Club International C.I. Payergasse 14, 1160 Wien
Mitwirkung bei der Schalttaglesung
Montag, 8. Februar Mitwirkung bei Pappelblätter-Lesung
Café Stadtbahn: 
Gersthoferstraße 47, 1180 Wien

2015
Mitwirkung beim Charity-Projekt "A sign for humanity - ein Abend im Zeichen der Menschlichkeit" 
artistsunified.weebly.com/projects.html  Mehr Info - www.bockwerk.at Salon Belle Arti - 1030 Wien, Radetzkystraße 5
Lesung bei der Präsentation der Zeitschrift PAPPELBLATT 6/15,  Café Mocca 
TAGEBUCHLESUNG bei LITERATUR IM GROUND XIRO "Sommer in Grenzbereichen" 
Teilnahme an „Blitzgescheit“ Fotoausstellung der Wiener VHS Galileigasse 8 1090 Wien
Mitwirkung bei der Lesung Alte Schmiede Schönlaterngasse 9, 1010 Wien 
Lesung beim PAPPELBLATT Sommerfest, Cafe Mocca, Gersthofer Straße 2a 1180 Wien
Runde Buch Veranstaltungsreihe der Bücherei Margareten (mit Manfred Stangl und Gerald Grassl)
Bücherei Sandleiten, Präsentation des Romans “Theodora oder die Quadratur des Seins” mit Alen Dzambic
Festsaal im Amtshaus Wien 15, Präsentation des Romans “Theodora oder die Quadratur des Seins” mit Alen Dzambic
20. Jahrestag des Genozids in Srebrenica, Frauen als Opfer des Kriegsgeschehens in Bosnien-Herzegowina 
Ausstellungseröffnung und Film zum Thema, Vorträge zum Thema, Sevdalinka 
Workshop “Die Wogen der Drina”, über Frauen, die Opfer der  Kriegsvergewaltigungen waren
und ihre anschließend geborenen Kinder. Zeitzeuginnen. Anschließend  Treffpunkt Stephansplatz. Gedenkkundgebung.
mit Texten und Werken vertreten im PAPPELBLATT Heft 4/15 
Amerlinghaus, Präsentation des Romans “Theodora oder die Quadratur des Seins” mit Alen Dzambic 
Lesung aus Theodora bei den Kritischen Literaturtagen
Lesung im Rahmen der Pappelblatt-Präsentation Literatur im Ground Xiro
zum Internationalen Frauentag Theodora oder die Quadratur des Seins
Lesung, Buchpräsentation, Ausstellung musikalisch begleitet von Alen Dzambic, Kunstraum Ewigkeitsgasse

2014
TAGEBUCHTAG 2014 im Club International
Präsentation Beiträge im PAPPELBLATT Heft 3/14,  Ausstellungspräsentation mit Lesung und Musik
DIE WOGEN DER DRINA Alen DZAMBIC von DelaDap begleitet mit Sevdahklängen auf dem Akkordeon
Lesung beim ART.SALON 2014 1zu3 Kunstraum Alsergrund 
Theodora oder die Quadratur des Seins Erste Präsentation im Rahmen des ART.salon am 25. Oktober 
Teilnahme an der Gruppenausstellung PARADIESE 3_3 mit einer Lesung ihres Textes PARADIESE
Bildergespräche in Alberts Bücherlager Bildergespräche und Lesung Theodora trifft Preiss
Beitrag im PAPPELBLATT 2. Nummer Titelblatt: Sonja Henisch
Lesung bei der Präsentation der neuen Kulturzeitschrift  „Pappelblatt“
Videoshow, „Die Wogen der Drina“, Lesung und Sevdahlinka Musik im ZZI Linz

2013
Beteiligung ARTvent im Roten Salon C.I.
Lesung beim Tagebuchtag im Club International
Lesung aus dem Roman „Die Wogen der Drina“ m „Grün 2“
Salon Blenz TAGEBUCHTAG Lesung aus dem Roman „Die Wogen der Drina“ In Begleitung der Musiker Alen Dzambic und Nikola Djoric
Lesung „Die Wogen der Drina“ beim „Nepomuk“
AutorenPortal "Hietzing liest" ERSTES Bücher-Festival für Verlags-Autoren und Self-Publisher
Leseabend Verlag Bibliothek der Provinz Theater im Café Prückel
Lesung bei bilder.worte.töne Lesung (gemeinsam mit Theodora Bauer) 
Lesung Bloomsday 2013 Ma(h)l.ZEIT bei Ulysses
Lesung aus “Die Wogen der Drina” mit musikalischer Begleitung von Alen Dzambic und Nikola Djoric, Bücherei Sandleiten
Organisation Buddhistische Kunst- und Kulturwoche im BRICK 5 / Fünfhausgasse
LESUNG Sonja Henisch: "Wogen der Drina" im Rahmen der Buddhistischen Kunst-und Kulturwoche
Lesung und Ausstellung “Die Wogen der Drina” begleitet von Alen Dzambic und Nikola Djoric
Grafiken, Fotos und Multimediapräsentation Amtshaus Rosinagasse 4
1. Mai Mai.feier Lesung im Bebop
Literarischer Neujahrsempfang 2.1. Ground Xiro

2012
Galerie TIME, Martinstraße 54, 1180 Wien
reading room, Anzengrubergasse 19/1, 1050 Wien
TAGEBUCHTAG
Cafe der Provinz 

Die große Präsentation  "Die Wogen der Drina" mit Ausstellung im Festsaal des Amtshauses  Rosinagasse 4

PRESSETEXT:
Im Festsaal des Amtshauses des 15. Bezirks, Rosinagasse 4, fand am Dienstag, dem 6.11.2012,
die Präsentation eines Buches mit dem sehr sensiblen Thema über die ungewollten Kinder des Bosnienkrieges statt:
Sonja Henisch las aus ihrem neu erschienen Roman „Die Wogen der Drina“ (Verlag Bibliothek der Provinz).
Die Grafiken der vielseitigen Künstlerin zu diesem Roman sind bis 16.11 2012 ebendort zu sehen.
Authentisch untermalt wurde der Vortrag vom Serbisch – Bosnischen Akkordeonduo Alen Dzambic und Nicola Djoric.
Unter den aufmerksamen Zuhörern sah man unter anderem:
den Vorsitzenden der Kulturkommission der Bezirksvorstehung Fünfhaus, Herrn Alfred Mansfeld,
der auch die Laudatio hielt, die Integrationsbeauftragte von Ottakring,  Frau Sonja Kothe,
den Bezirksrat von Meidling, Herrn Aziz Gülüm mit seiner Frau Sakine, den Erfolgsautor Peter Henisch
und den Obmann der Kulturinitiative Klopfzeichen, Enrico Kuschner.


Das Buch ist unter verlag@bibliothekderprovinz.at Tel. 02856/3794 und im Buchhandel erhältlich.
Text: Günther Pfeiffer


Auf den Fotos: Alfred Mansdorfer, Enrico Kuscher +, Nicola Djoric und Allan Djembic, Sonja Henisch, Rezension von GÖD

Lesung im Rahmen der ART.Messe Rahmen Bilder Spiegel 1090 Wien

Galerie time-zeitkunst
„Combinat“  Connecting The World Of Arts in Puchberg
Die erste Vorstellung des Buches Die Wogen der Drina im Amtshaus Favoritenstraße
Poetenfest auf Schloss Raabs
endung "Sternlieb um 8" auf Ö1 Campus
marchfeld Galerie DOSCHEK Lesungaus "Die Wogen der Drina"
BLOOMSDAY in Ottakring
bilder.worte.töne Osteria Allora art.wallensteinplatz (EA)

2011
Kutzer – Gschichtlmuseum
Literatur im Ground Xiro „Die 7 Todsünden“
„ASMODEUS“ aus „Theodora oder die Quadratur des Seins“ (UNZUCHT)
„Alexander Muskelschwund“ (NEID)
„Faule Ausreden“ (FAULHEIT)
„Auf, in die Berge“ (ERLÖSUNG)
Literatur im Ground Xiro „Die Plagen der Menschheit“
„Die Dummheit“
„Dein Leid, mein Schmerz“ (Leidenswettbewerb)
„Was geschah wirklich am 11. September?“ Daten.Fakten.Theorien.
Im Rahmen der Ausstellung NINEELEVEN – WE REMEMBER  Kunstraum Ewigkeitsgasse
„Kulturarbeit“ beim TAGEBUCHTAG im C.I.

2010
Lesung Helmuth Seethaler
Osterspaziergang des 1. Wiener Lesetheaters
Lesung im Rahmen der Bezirksfestwochen Wien 15.
Bei der Ausstellung von Heidrun Karlic (Tunnel)
Bosnien Herzegowina Reise beim TAGEBUCHTAG im C.I.
Literatur im Ground Xiro „Die 7 Todsünden“
„Nana“ (VÖLLEREI)

2009
N.Ö. Landhaus, St. Pölten
Bezirksamt Ottakring
Literatur Brunch TAM, Waidhofen an der Thaya Autorengruppe Wortwerk:
Dorfgeschichten in Söchau Café Amadeus-Kulturinitiative Klopfzeichen

ausstellungen

2015
Teilnahme bei „ART ECO - Kunstwerke zu Natur und Umwelt" in der Kunst VHS
KUNST IM XI Werkschau
Teilnahme Gruppen-Ausstellung im Schloss Gloggnitz, Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs
Teilnahme an der Gruppenausstellung www. (Wasser, Wellen, Wogen) im Wasserturm Favoriten

2014
Werkpräsentation SPÖ Ottakring Schuhmeierplatz 
Gemeinschaftsausstellung BUNTE VIELFALT der Künstler der Kulturinitiative Klopfzeichen (Bilder und Kurzlesung)
BLOOMSDAY Ausstellung und Lesung
AUSSTELLUNG ZUM INTERNATIONALEN FRAUENTAG 2014, Wirtschaftskammer Mödling,

2013
Teilnahme an VIELFALT - Eine Ausstellung der "Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs", Galerie Treiber
Gemeinschaftsausstellung mit Waltraud Zechmeister und Christa Kern im Lokal Grün2 in der Novaragasse 7
Gruppenausstellung Zeit und Unendlichkeit im Club International 1160 Wien
Ausstellung im Rahmen der Buddhistischen Kunst-und Kulturwoche
Ausstellungsbeteiligung Wasserspiele Wasserturm
Straußenei für ART AND CHARITY im BEBOP


2012
Werkpräsentation im Rahmen des Tagebuchtages love.letters, Osteria Allora art.wallensteinplatz 
 ART.Messe bei Rahmen Bilder Spiegel, 1090 Wien
100 Jahre Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs, Gemeinschaftsausstellung Schloss Schönbrunn Ovalstiege
Gemeinschaftsausstellung im Teisenhoferhof in Weißenkirchen
Künstler-Eröffnungsbrunch (Schloss Wilhelminenberg)
ILLUSIONEN... Osteria Allora art.wallensteinplatz (EA)
Frauen Bilder, Tunnel Wien (gemeinsam mit Jagoda Lessel

2011
NINEELEVEN - WE REMEMBER Kunstraum Ewigkeitsgasse

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literarische werke

"Die Wogen der Drina" (2012, Bibliothek der Provinz)

 

Gotthart Fellerers BRAVDA
Driesch Zeitschrift für Literatur und Kunst Nr. 4 /2010
Anthologie Ungehaltene Rede

Unveröffentlichte Romane „Bergland Blues“,
„Theodora oder die Quadratur des Seins“ (in Arbeit)
Kindertheaterstücke, Lyrik, Kurzgeschichten















 

werke

Es ist eine Auseinandersetzung mit dem innersten Selbst und der äußeren Umgebung.
Die Ursprüngliche, schöpferische Kraft des Menschen entsprang heiligen Riten.
So ist die Schöpferkraft eng verbunden mit Ekstase und Magie, der Kunst, zwischen den Welten zu reisen, die Schwelle in beiden Richtungen bewusst zu überschreiten.
Die Wirksamkeit zeigt sich in Bildern und Kunstwerken, die das tiefste Unbewusste ansprechen, die aus dem eigenen Unbewussten kommen.
Künstlerisches Gestalten ist auch ein Einatmen der Umgebung, sodass Bilder im Inneren weiter präsent bleiben und umgesetzt werden können. 
Muschel und Stacheldraht, Spiralen, Blüten und Licht sind Symbolik der Verletzlichkeit und der Verletzung,
letztendlich aber auch der Befreiung und des Aufstiegs in reinere Dimensionen des Geistes.
Bei der Arbeit kommt noch die Liebe zum Detail, die Umsetzung des malerischen Könnens hin bis zur räumlichen Wirkung zum Tragen.

textbeispiele

Gedichte

[ Kurz war die Zeit  ]

Prosa

Text aus "Die Wogen der Drina"


1. Kapitel

Blut. Viel Blut hat er im Lauf der Jahrhunderte mit sich getragen, der blutige Fluss. Menschenleiber, die oben, auf der Brücke von Visegrad noch lebten, wurden niedergeschossen, die Körper hat man mit Messern aufgeschlitzt, und sie manchmal noch lebend ins Wasser geworfen. Duldsam hat sich der Fluss an seinen Steinen vom Blut gereinigt, sich an Böschungen der Leichen entledigt. Irgendwann ist es zu viel geworden. Seine blutigen, leidvollen Wogen sind bis zu uns übergeschwappt.
Eine Schulklasse mit Jugendlichen war unterwegs im Wiener Prater.
Hinter dem Lusthaus wanderten sie den Weg durch den dichten Auwald.
Die Klassenlehrerin ging mit einer Kollegin voran. Sie hatten vor, am Ende des Waldes die Verbindungsstraße zu überqueren, um bei der Friedenspagode zu rasten.
„Mehmet, gib deine dreckigen Pfoten weg von mir!“, rief Hatice so laut, dass es die anderen auch hören konnten.
Mehmet, ein stämmiger, dicklicher Bursche mit dichter Haarbürste und der Ausstrahlung eines Teddybären, fragte etwas verwirrt: „Ich, wieso ich? Ich hab dir doch gar nichts getan?“
„Eben deshalb sagt sie dir das, damit du gar nicht erst auf dumme Ideen kommst!“, höhnte jetzt Murat, der gut einen Kopf größer als Mehmet war, „so schöne Frauen wie Hatice eine ist, von denen könnt ihr Bosnier doch nur träumen!“
„Ach, gib doch Ruhe!“, erklärte Mehmet beschwichtigend. Dann fiel ihm ein: „So schön wie Hatice war meine Kusine noch lange!“
„So schön wie Hatice? Und wo ist diese Kusine, die hast du uns noch nie gezeigt!“
„Tot!“, antwortete Mehmet, „von den Scheißserben ermordet!“ Jetzt schaltete sich Slavko ein: „Hast du Scheißserben gesagt oder hab ich falsch gehört? Wenn ich richtig gehört habe, kriegst jetzt eine in die Goschen!“
Izet, Mehmets Freund, war stumm, mit den Händen in den Jackentaschen daneben her gegangen. Als Slavko sich aber auf Mehmet stürzte, diesen zu Boden riss und ihn mit den Fäusten bearbeitete, so dass diesem Blut aus der Nase spritzte, versuchte er seinem Freund zu helfen und Slavko von Mehmet weg zu zerren. Slavko sprang mit einem Satz hoch und verpasste Izet einen Schlag in die Magengrube. Im nächsten Augenblick schrie er jedoch jappend auf. Ein Messerstich hatte seinen Arm verletzt.
„Hilfe, der blutet wirklich!“, schrien Hatice und die anderen Mädchen durcheinander. Ein Knäuel von aufgeregten, jungen Menschen hatte sich um die Burschen gebildet. Das Geschrei hatte die beiden Lehrerinnen auf die Auseinandersetzung aufmerksam gemacht. Rasch eilten sie herbei. Ohne zu fragen, holte die ältere Kollegin das Verbandzeug aus ihrer Umhängetasche, zog Slavko die Jacke aus und begutachtete die Verletzung.
„Gott sei Dank ist es nicht arg!“, meinte sie, während sie das Desinfektionsmittel öffnete, um die Verletzung damit von Keimen zu reinigen.
„Wie ist denn das passiert, wer hat Slavko verletzt?“, wollte die jüngere Lehrerin von den Jugendlichen wissen.
„Izet war das, der hat ein Messer mit!“, beeilte sich Hatice der jungen Frau mitzuteilen.
„Was? Ein Messer? Izet, komm sofort her und gib mir das Messer, wenn du eines hast!“, kommandierte sie.
Mit gesenktem Kopf schlich Izet näher.
Als er neben der Lehrerin stand, murmelte er: „Die waren echt gemein! Mehmet hat Hatice nichts getan und sie haben ihn beschuldigt, lästig zu sein. Dann hat Mehmet gesagt, die Scheißserben hätten seine Kusine umgebracht. Darauf hin hat Slavko ihm die Nase blutig geschlagen.“ Langsam zog er das Taschenmesser aus seinem Ärmel hervor.
„Und was hat das mit dir zu tun. Wegen so etwas zieht doch kein normaler Mensch ein Messer?“, schaltete sich die ältere Lehrerin ein, die in der Zwischenzeit Slavko einen Verband verpasst hatte. „Ist dir klar, dass wir eine Meldung  machen müssen?“
„Er hat mich in die Magengrube geschlagen, da ist mir kurz schwarz vor den Augen geworden. Ich habe nicht mehr nachgedacht, ich musste mich wehren!“
„So, du musstest dich wehren? Meinst du, dass das die einzige Möglichkeit ist, sich zu wehren? Was wäre, wenn du Slavko gefährlich verletzt hättest? Du kannst dir mit so einer Aktion dein Leben versauen, aber wahrscheinlich verstehst du das gar nicht!“, schloss die Pädagogin ihren Monolog.
Sie wählte die Telefonnummer von Izets Mutter und bat diese, möglichst rasch in die Schule zu kommen. Genaueres wollte sie am Telefon nicht mitteilen. Danach änderte die Gruppe ihre Richtung und marschierte zurück in den dritten Bezirk.
Während sich die Schüler in ihrer Klasse aufhielten und von einer anderen Lehrperson beaufsichtigt wurden, machte die Schulleiterin mit Izet eine schriftliche Aufzeichnung über das, was geschehen war.
Die beiden Kolleginnen, Frau Magister Seewald, eine Englischlehrerin und Frau Magister Blümel, die Zeichenlehrin, warteten im Lehrerzimmer auf Izets Mutter. Wenig später klopfte es an der Tür. Die junge Lehrerin öffnete und Frau Begovic, eine zarte, sehr jung aussehende, dunkelhaarige Frau trat ein. Hinter ihr betrat eine etwas korpulente Frau, die sie als ihre Freundin vorstellte, das Zimmer.
„Ich habe Frau Djurdjevic, meine Freundin, mitgebracht, weil sie kann besser Deutsch. Hat Izet etwas angestellt?“, fragte sie scheu und sichtlich verlegen.
„Das kann man wohl sagen!“, meinte Frau Seewald., „Wussten sie, dass ihr Sohn ein Messer bei sich trägt?“
„Ein Messer? Ist doch nichts Schlimmes! Fast jeder junge Mann hat Messer, oder? Ist das verboten?“, fragte Frau Begovic und war davon überzeugt, ihren Sohn schützen zu müssen.
„Erstens ist ein Messer in der Schule verboten. Und außerdem sticht nicht jeder, der ein Messer hat, auf einen anderen ein und verletzt ihn!“, teilte Frau Seewald der Mutter mit.
„Mein Sohn hat... was hat er gemacht?“, Frau Begovic rang nach Worten. Sie konnte es nicht begreifen und griff nach der nächsten Sessellehne.
„Bitte, nehmen sie doch Platz“, sagte Frau Blümel und schob den beiden Frauen zwei Stühle hin. Umständlich setzten sich die beiden. Sie flüsterten kurz in ihrer Muttersprache miteinander.
„Ihr Sohn ist mit einem anderen Burschen in Streit geraten und hat diesen mit dem Messer am Arm verletzt. Wir müssen leider die Meldung machen. Wir werden die Beteiligten noch über den Hergang genau befragen. Ist ihnen schon früher aufgefallen, dass Izet aggressiv ist?“, wollte Frau Seewald von Izets Mutter wissen. Diese ließ sich die Frage von ihrer Freundin übersetzen. Dann weiteten sich ihre Augen.
"Wenn er verärgert ist, werden seine Augen immer wie die von diesem Mann!
Ich will nicht, wenn Bub ist böse, werde mit ihm reden…“ „Frau Begovic, wir wollen das auch nicht, vor allem wenn er anderen und sich selbst Schaden zufügt. Dieser Hergang kann einerseits rechtliche Folgen haben, andererseits, und das fände ich besser für Izet, wird der Schulpsychologe ein Gespräch mit Izet führen. Es gibt mehrere Institutionen in Wien, die jungen Menschen wie Izet versuchen zu helfen,“ informierte die junge Lehrerin.
„Aber mein Sohn ist nix deppat!“, die Behauptung klang fragend in einem beleidigten Ton.
„Nein, Frau Begovic, davon sind wir alle überzeugt!“, beruhigte Frau Blümel die aufgeregte Frau.

©Sonja Henisch

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literatur projekte

Der Roman „Die Wogen der Drina“ bei
Verlag Bibliothek der Provinz. EUR 18.- ISBN 978-3-99028-042-3
www.bibliothekderprovinz.at

Es  behandelt ein Thema, von dem ich mir wünsche, dass sich möglichst viele Menschen damit auseinander setzen, damit gedankenlose Vorurteile sich in Klarheit und Erkennen umwandeln und gegen das Vergessen wenden.

Gewünschte Bücher können über Sonja HENISCH [hier] bestellt werden
oder über den
Verlag Bibliothek der Provinz
mail to verlag@bibliothekderprovinz.at
Großwolfgers 29
A-3970 Weitra
Tel. (02856) 37 94
Fax (02856) 37 92

Es gibt auch 12 Grafiken zum Buch.

Gerne präsentiert Sonja HENISCH das Buch auch in Ihrem Rahmen!
Anfragen für Lesetermine [hier]

Klappentext

Bei  einem Schulausflug im Wiener Prater wird die Lehrerin Angelika Blümel Zeugin einer aggressiven Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen, die einen türkischen sowie bosnischen Migrationshintergrund haben.
Durch Frau Begovich, der Mutter von Izet, einem der Hauptbeteiligten, erfährt sie ein schreckliches Geheimnis, das sie erfassen, dennoch kaum glauben kann.
Die beiden Frauen finden Vertrauen zueinander. Das veranlasst die junge Lehrerin, das Angebot, im Heimatort der beiden Urlaub zu machen, anzunehmen.
Izet ist davon besessen, herauszufinden, wer sein Vater ist. Damit bringt er sich und alle Beteiligte in große Gefahr. Ein Wettlauf um die Wahrheit beginnt.
Rückentext:

Wie kommt es, dass ein örtlich und zeitlich so nahes Geschehen wie der so genannte Jugoslawienkrieg keinen Platz in unseren Köpfen hat? Dieser Horror ereignete sich nicht hinter einer undurchdringlichen Mauer, und viele Menschen leben unter uns, die direkte Opfer der Geschehnisse sind.

Sonja Henisch schreibt gegen diese verantwortungslose Verdrängung an. Im Zentrum des Romans stehen eine österreichische Lehrerin, ein bosnischer Schüler und dessen traumatisierte Mutter. In einem Massenlager vergewaltigt, verheimlicht sie dem Kind, wer sein Vater ist. Scham, Wut und Verzweiflung, rastlose Neugier und Orientierungslosigkeit kennzeichnen das Leben der beiden. Im Laufe eines Sommeraufenthalts in der ehemaligen Heimat werden alte, schlecht genähte Wunden neu aufgerissen, dank vieler helfender Hände aber letztlich einem Prozess der Heilung unterzogen.

Wie wichtig es ist, diese Ereignisse im Bewusstsein zu halten, um unseren Mitmenschen beistehen zu können und vielleicht Samen der Liebe in die ausgebeutete Erde zu setzen, zeigt Sonja Henisch in dieser großteils auf wahren Begebenheiten beruhenden Geschichte in eindrücklicher Weise auf.

Originalgrafiken zu DIE WOGEN DER DRINA je 24x30 cm (c) Sonja Henisch

Buchbestellung "Theodora oder die Quadratur des Seins"
Verlag Bibliothek der Provinz, Sonnenfelsgasse 7/26, A-1010 Wien
Tel.43/01/ 028 563 794,oder 43/01/680/50 27 827
Mail: verlag@bibliothekderprovinz.at 
ISBN: 978-3-99028-311-0
Preis: € 20.-

THEODORA oder die Quadratur des Seins

 [ AUSSENDUNG   ]   [ PRESSETEXT THEODORA aktuell   ]

























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aktuell lesungen / ausstellungen

 

2016
 

Anfang Oktober erscheint das Kinderbuch Jan und Wuschelinchen in der Edition Klopfzeichen


Dienstag, 4. Oktober 18-21 Uhr Mitwirkung bei 35 Jahre Klopfzeichen
MUSA Museum Startgalerie Artothek Felderstraße 6-8, 1010 Wien Einladung als PDF



 
 


 

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