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POLARITÄT 
(die Ausstellungsreihe 2017 im OFFSPACE C.I. Payergasse 14, 1160 Wien)


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 POLARITÄT Werkschau 1_3 I 
 

text zur ausstellungsreihe

POLARITÄT … Scheinbare Gegensätze bedingen einander. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar.

Das Jahresthema 2017 lautet POLARITÄT - als philosophischer Ausdruck für das Verhältnis sich gegenseitig bedingender Größen. Eine Polarität besteht aus einem Gegensatzpaar und der Beziehung zwischen den Polen. Und die äußere Welt offenbart sich überhaupt nur durch Gegensätze bzw. Gegensatzpaare. 

Die Symbolik der Polarität

Das universale Gesetz, nach dem alles in der sichtbaren Welt strukturiert ist, beruht auf fortwährender Bewegung und Entwicklung. Hauptmerkmal dieses Ordnungsprinzips - damit überhaupt eine Aktion oder Reaktion, gleich auf welcher  Ebene - stattfinden kann, ist ein Gegensatzpaar, eine Polarität. Polarität ist nicht mit Dualität gleichzusetzen! Der Unterschied besteht darin, dass Dualismus nur die unversöhnlichen Gegensätze sieht und zu einseitigen Wertungen und Entscheidungen führt, welche die Welt in ebenso unvereinbare Gegensätze auseinander reißt, während die Polarität aus der Einheit geboren ist und den Begriff der Ganzheit einschließt. Die jeweiligen Pole ergänzen einander, sind untrennbar miteinander verbunden. Diese polaren Gegensätze wie schwarz und weiß, plus und minus, männlich und weiblich, Engel und Teufel etc. stehen hinter  Bewegungsprozessen gleich welcher Art, ob Gedanken, Gefühlen oder biochemischen Stoffwechselvorgängen ...

Weitere Beispiele:
modern – traditionell, hierarchisch – heterarchisch, progressiv – konservativ, maskulin – feminin, links – rechts, demokratisch – autokratisch, autonom – konform, individuell – kollektiv, Egoismus – Solidarität, Mensch – Tier, Konflikt – Frieden, Mobbing – Mitgefühl…

Dieser Themenbereich wird in den drei von ::kunst-projekte:: kuratierten drei- bis  vierwöchigen Gruppenausstellungen im Club International künstlerisch interpretiert und aufgearbeitet. So wie erstmals 2016 erscheint wieder ein WERKKATALOG, der bei der dritten Gruppenausstellung präsentiert wird.

POLARITÄT Werkschau 2_3

Motto: 
Der Künstler ist Erfinder und Dolmetscher zwischen Natur und Kunst… 
Leonardo da Vinci  

Teilnehmende Künstler_innen:

Marion BANCHER
DIATVEREMA (Ilona Petöne SZENTES)
Anna FREUDENTHALER
Roland HAUSER
Sonja HENISCH
Sylvia KÖLBL
Sara PANCOT
Heinz PULLETZ
Gabriele SCHILLINGER
Tschion E. SMOKE


VERNISSAGE 
Dienstag, 16. Mai, 19 Uhr
AUSSTELLUNGSENDE/FINISSAGE 
Samstag, 10. Juni, 16 Uhr


 

    die.events

VERNISSAGE Dienstag, 16. Mai 2017, 19 Uhr
FINISSAGE Samstag, 10. Juni 2017, 16 Uhr

KÜNSTLERGESPRÄCH(E):

die.künstler & die.werke

  
Bilder- und Preisliste 2_3

Marion BANCHER http://marionbancher.com

Ich als ein dazwischen
zwischen tier und mensch
ich als schöpfer dieses tiers
ich als sein dieses tiers
ich in der welt zwischen natur und kunst
ich
die natur
meine natur
die zeit
das dazwischen zwischen mir und dem bild
du
und wir
und
ich

Die Serie “LASCOTTINA” („Das kleine Lascaux“ in italienischer Übersetzung) zeigt in Mischtechnik auf Molino Tiere, die an die berühmte Höhlenmalerei in Frankreich aus dem Jungpaläolithikum erinnern. Ohne das Zutun der Künstlerin, die die Frage nach Zeit schon immer begleitet, entstehen diese Wesen, setzen sich in Wolken fest, deren Lauf Phantasien in Gang bringen. Pinselstriche lassen die Sicht des Betrachters offen, seine Interpretationen, Vergleiche, Assoziationen. Das Tier ist Ausdruck einer Gemütsverfassung und eine Metapher, ein Sinnbild. Die Malerei dient als Mittel zum Zweck, zur Auseinandersetzung zwischen Betrachter und Künstlerin.

Geboren 1972 in Bozen (I), lebt in Wien. Matura am Deutschsprachlichen Gymnasium Bozen/Italien, Studium der Architektur an der Technischen Universität Wien,
1995, 1996 Aufenthalt in Berlin, Studium an der Hochschule der Künste, Berlin (HdK), 1998 – 2003 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, Wien, Meisterklasse Prachensky, Obholzer, Schulz, Hohenbüchler, 2003 Diplom - Mag. art.
Performances und Installationen: „Murales“ - Wandgestaltung Projektraum Sonnenpark Neusiedlersee; Wien: Galerie Sonnensegel, Q202; Kostüm, Bühnenbild, Tanz, Musik und Organisation für Tanzperformances im Semper Depot. Videoinstallation für die Ausstellung „Schwanenhals und Goldkrepine“, Wagenburg, Kunsthistorisches Museum,  Performance für die Ausstellung „Die Bücher der KünstlerInnen“, Kupferstichkabinett / Akademie der Bildenden Künste. 
Ausstellungen in Wien: Galerie KRAS, Galerie Alpha, „Tage des offenen Ateliers“ Studio Bancher, Wiener Institut für Bindungstherapie Lin Burian & Team, Galerie Sonnensegel, Wiener Secession, Wasserturm, Galerie Peithner-Lichtenfels, Firma Ispa
Publikationen / Preise: „Schwanenhals und Goldkrepine“ KHM Wien, Preis zur Ausschreibung des Wettbewerbs der  Wandgestaltung REHA Rust, Burgenland, Preis der Akademie der Bildenden Künste, Wien

DIATVEREMA (Ilona PETÖNE SZENTES) www.galeriestudio38.at/PETOENE

Die beiden Werke mit dem Titel „Vervielfachte Gegensätzlichkeit“ sind experimentelle Mischtechniken aus Aquarell und digitaler Bildbearbeitung. Das „klassisch“ gemalte Aquarell erfährt auf dem Rechner seine zweite Entstehung. Die Linien werden in andere Richtungen geführt, die Formen bekommen neue Dimensionen. So wird der Bogen vom Ursprünglichen zum Neuesten gespannt, vom Materiellen zum Digitalisierten, von Pol zu Pol. Die Bilder enthalten noch weitere Hinweise auf Polarität und deren Auswirkungen in verschiedenen Gebieten, wie die Gesellschaft, Elektromagnetik oder Wasserströmungen.

Geboren 1962 in Budapest, lebt in Wien. Kunststudium HLA für Bildende & Angewandte Kunst, Budapest (Buch-Design) & Akademie der Bildenden Künste, Wien (Tapisserie, nicht abgeschlossen). Veröffentlichungen von Grafiken in der kulturellen Wochenzeitschrift „Èlet és Irodalom" – „Leben und Literatur" in Budapest. Ausstellungen in Budapest, Wien, NÖ. Mitglied bei ::kunst-projekte::.

Anna FREUDENTHALER Link 1 facebook Seite

Polarität bedeutet für sie Schwarz und Weiß, so auch in ihren beiden Tuschezeichnungen, in denen sie Labyrinthe darstellt. Mit monochromen Zeichnungen auf dem Medium Papier setzt sie sich absichtlich Grenzen und versucht eine Matrix zu schaffen, um die Dinge um sie herum besser zu verstehen und ordnen zu können. Wie eine Forscherin oder wie eine Schriftstellerin lässt sie ihre Figuren entstehen und beobachtet dann, was mit ihnen passiert. Manchmal verschwinden sie und tauchen erst in anderen späteren Bildern wieder auf. Gleichzeitig werden die Mechanismen, die unsere Welt bewegen, von ihr hinterfragt. Sind wir nicht alle nur Blätter und Äste in einem riesigen Strom? Wir führen Kriege, verbrennen die Naturschätze, vernichten die Wälder, zerstören unser Klima und die digitale Technologie ersetzt unsere Realität.

Geboren 1972 in Moskau, lebt in NÖ, Architektin, seit der Kindheit großes Interesse an Malerei und bildender Kunst; 1991-97 Studienaufenthalte in Wien und Köln, 1996 Diplom für Architektur am Moskauer Architektur Institut (MARCHI), 2000 Nostrifizierung an der TU Wien, seit 1998 Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro „arch.eu“ Moskau / Wien, seit 2006 selbstständig. Zahlreiche Ausstellungen: Moskau, Belm (D) , Breslau (CZ), , Strassburg (F), Wien.

Roland HAUSER www.rolandhauser.org
Ich selbst habe viel durch meine Kunst gelernt bzw. herausgefunden. Es muss Chaos geben, damit Ordnung existieren kann.
In the midst of movement and chaos keep stillness inside of you.

Die Polarität von Chaos und Ordnung ist in allen seinen „Paranatural Art Installations“ zu finden. Seine Objekte bestehen aus Naturmaterialien. Umher liegende Äste werden gesammelt, miteinander verbunden und verflochten oder in eine bereits vorhandene Grundstruktur eingebaut, das Chaos geordnet. Dadurch formt sich immer wieder etwas Neues, da jeder Ast eine einzigartige Kreation ist. Es ist gar nicht möglich ein Duplikat herzustellen. es passiert alles im Moment. In die Äste werden kleine Wurzeln, Blattstrukturen, Lianen von Bäumen oder Sträuchern aus verschiedenen Ländern integriert und das Ganze mit Faden und Wolle stabilisiert und mit Stoffen und Netzen bestückt. Durch die eingebauten LED-Lichter können die Werke mit wechselnden Farbeffekten beleuchtet werden. Die Natur wird mit dem Künstlichen verbunden, was als Teil dieser Polarität in der Polarität gesehen werden kann.
Fotos erweitern das Ganze zu einer Installations-Collage-Skulptur, welche wie eine Art Fernseher betrachtet werden kann, da durch den Lichtwechsel der LEDs ständig andere Farbeffekte erscheinen. Jeder sieht darin etwas anderes, da jeder eine andere Vorstellungskraft und Phantasie hat. Ein bekannter Visionär und Künstler, Android Jones nennt es PAREDOLIA. Es bedeutet, dass wenn man etwas betrachtet, was man so noch nie davor gesehen hat, verbinden unsere Synapsen im Gehirn es automatisch mit etwas, was man kennt oder woran man glaubt: etwas, das im Unterbewusstsein gespeichert ist oder in seiner Phantasie. 

Seine „Kunstkarriere“ begann 2011, wo er durch Bambus inspiriert wurde, seiner inneren Kreativität nachzuspüren. Outdoor- und Indoor-Installationen und Skulpturen. (Collagen - Dekorationen); Australien 2012, Holland 2015 (Festival), Griechenland 2016, 2016 Ausstellung Atelier Blumentopf, 1180 Wien.

Sonja HENISCH www.galeriestudio38.at/SONJAHENISCH

Yin und Yang sind in den beiden Ölbildern als Metaphern zu finden: etwa in der Darstellung des türkischen Mädchens Perihan, die am Fenster ihres kühlen schattigen Zimmers steht, das ihr wie eine schützende Höhle dient, während draußen brütende Hitze und praller Sonnenschein herrschen. Wird sie ihr Leben draußen meistern? (Sie hat es insofern gemeistert, indem sie nicht geheiratet hat.)
Die Frau auf einer einsamen Insel möchte den Tanz des Lebens tanzen. Der Gegensatz zu ihrer Vitalität ist das tote, angeschwemmte Kind, dem das nicht vergönnt war.

Geboren 1947 in Wien; Diplom- und Montessoripädagogin im öffentlichen Schuldienst; seit 2007 ausschließlich Malerin und Autorin. Künstlerische Ausbildung an der Volkshochschule, Universität für Bildende Kunst und Universität für Angewandte Kunst in Wien, 1975 Diplom; Grafikpreis; zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen. Mitgliedschaften: Berufsverband der Bildenden Künstler Österreichs, IG Autorinnen Autoren, Österreichischer PEN-Club und bei ::kunst-projekte::

Sylvia KÖLBL www.galeriestudio38.at/SYLVIA-KOELBL

Bei ihren Versuchen die Vielfalt der Schöpfung aufzuzeigen, experimentiert sie nicht nur mit unterschiedlichen Techniken, sondern auch hinsichtlich der Farben: Die leuchtende Farbe und die anmutige stolze Erscheinung stehen im Zentrum des Bildes von einem Flamingo, das durch die Verwendung von Pastellkreide auch die Weichheit des Federkleides wiedergeben soll. Eine Schwertlilie aus der Makroperspektive gesehen ist nicht nur aufgrund ihrer kräftigen Farbe, sondern auch wegen der feinrippigen Blütenblattstruktur und dem anatomischen Aufbau ein Kunstwerk. Der Dickkopffalter „Makroglossum stellatarum“, der zwar ein Nachtschmetterling ist, aber tagsüber fliegt, lebt in südlichen Ländern Europas und legt in den Sommermonaten Langstreckenflüge bis nach Mitteleuropa zurück. Dem unscheinbar gefärbten, aber faszinierenden Flugkünstler wird durch ein farbenfrohes, phantasievolles Umfeld ein großer Auftritt gegeben. Die Großfamilie der Affen hat Sylvia Kölbl in unzähligen Bildern festgehalten. Das Bild zeigt die leuchtendrote, ins Orange übergehende Hauptbehaarung eines Vari, die einer Löwenmähne gleich das schmale Gesicht mit den geradezu hypnotischen Augen umgibt.

Geboren 1949 in Wien, lebt in NÖ. Studium der Veterinärmedizin. Wissenschaftlich tätig als Virologin; Fachtierärztin und Referentin für internationale Gleichstellungspolitik. Seit 2012 im Ruhestand. Nach Beitritt in das 2013 gegründete Vetart-Kunstforum Wiederaufleben der künstlerischen Aktivitäten; sieht Zeichnen und Malen als Möglichkeit, Phantasien und Emotionen auszudrücken und die Schönheit der Natur nachzuempfinden. Zunächst waren Tierdarstellungen mit Pastellkreiden bevorzugte Motive, ehe sie sich auch anderer Techniken wie Aquarell, Kohle oder Acryl bedient und stets nach neuen, originellen Perspektiven für ihre Bilder sucht. Ausstellungen im Rahmen des Vetart-Kunstforums, ab 2016
Teilnahme an Ausstellungen von kunst-projekte, zuletzt POLARITÄT 1_3. Mitglied bei ::kunst-projekte::.

Sara PANCOT www.sarapancot.com

Im zweiteiligen Bild „Too little – too many“, das aus einem Mix verschiedener Materialien besteht, stellt Sara Pancot das Detail einer Gorillahand, die die ganze Bildfläche einnimmt und einer menschlichen Hand ähnelt, einer Ansammlung von Menschen, die ihre Hände in die Höhe strecken, gegenüber. Sie symbolisieren das konstante und dramatische Wachstum der Menschheit. Dieses verursacht die Zerstörung der Lebensräume der Gorillas und anderer Tiere. Anderseits kann das Bild auch eine positive Botschaft vermitteln, nämlich helfende Hände, die die Gorillas vom Aussterben bewahren wollen.

„We sink in waters deep“, ebenfalls zweiteilig, zeigt im ersten Teil einen Axolotl. In diesem mexikanischen Schwanzlurch soll sich das Geheimnis der ewigen Jugend verbergen, weil er das ganze Leben lang im Larvenstadium bleibt und geschädigte Organe wiederhergestellt werden können und Verletzungen heilen. Dennoch ist er durch Pestizide, Abfälle, Licht, Lärm vom Aussterben bedroht. In der zweiten Darstellung sieht man eine Puppe ohne Arme und Beine, die auf einem Strand liegt und teilweise von Sand bedeckt ist. Diese hat zwei Aussagen. Die erste ist unmittelbar und zeigt sich wie Müll am Strand. Der Mensch ist wegen des verursachten Mülls für das Aussterben vieler Lebewesen unseres Planeten verantwortlich. Wenn man dieses Bild aber mit dem ersten Bild konfrontiert, dann zeigt sich der Mensch - verkörpert in der Puppe - nicht in seiner Macht, sondern in seiner Zerbrechlichkeit. Kein Mensch kann verlorene Körperglieder, etwas, was die Natur auf wundersame Weise geschaffen hat, so wiederherstellen, wie sie waren.

„Wirklichkeit jenseits der sinnlichen Erscheinung“ aus synthetischer Seide und Leim betont die weiblichen Teile eines Individuums. Es will weder Schönheit noch Erotik oder Gleichheit darstellen, noch provozieren. Es ist als Wesen präsent und verkörpert die perfekte Gestaltung der Natur. Dieses Individuum ist nicht Schöpfer/in des Lebens, sondern ein/e der wesentlichen Teilnehmer/innen der Schöpfung. Es ist ein Bild außerhalb des Klischees. Die dargestellte Figur manifestiert sich in der Reduktion auf das Wesentliche. Das Bild möchte zeigen, dass es nicht allein auf die Schönheit, sondern auch auf die Funktionalität der Gestalt ankommt. Die Darstellung definiert den Menschen als rationales Lebewesen, bei dem alle anderen Bestimmungen nebensächlich sind. Ein Individuum ist Wesen und Existenz.

Geboren in Mailand, Italien, lebt als freischaffende Künstlerin in Wien; Ausbildung an der Universität für Angewandte Kunst und in der Kunstfabrik bei Franz Seitl (Plastik) sowie Studium der Kunstgeschichte an der Universität Wien. Veröffentlichung des Kinderbuches „Come mi vorrei“ mit Illustrationen von Vincent Kudian (Verlagsbüro Brunner. Das Buch wird voraussichtlich im Herbst 2017 in deutscher Übersetzung und eigenen Illustrationen im Ecowin Verlag Salzburg erscheinen) Kurse in Bruno Munari–Methodik und Veranstalterin kreativer Kinderkurse in den Räumen der von ihr geleiteten Kinderbetreuungseinrichtung „Spielzimmer 5 Sinne“, Kindermöbel-Design Kuratorin der Ausstellung „Das Werden der Schönheit“ über „work in progress“ im Rahmen der Gartenrestaurierung in Schloss Hof, architektonische Planung und Konzeption für einige alte Handwerke in Schloss Hof, 2016 Ausstellung: Atelier-Galerie Bajadere in Neuhaus an der Triesting, NÖ, 2017 Teilnahme bei POLARITÄT 1_3

Heinz PULLETZ www.galeriestudio38.at/HEINZ.PULLETZ

Die teilweise abstrakten C-Prints greifen verschiedene polarisierende Themen auf: Wünsche (der Enkel) nach Frieden im Gegensatz zum Krieg, oder die Dualität von Mann und Frau („Neumischung der Gene“). Im mit Acrylfarbe überarbeiteten Foto „Jung – Alt“ berühren einander die Hände von Uropa und Urenkel.

Geboren 1940 in Wien, lebt in Wien, Beruf: Graveurmeister, Atelier in Donnersbachwald/Donnersbach und Wien. Nach Besuch der Kunstschule Weiterbildung vorwiegend durch Selbststudium. Malerei: Acryl, Aquarell, Öl, Collagen, Radierungen und C PRINTS mit lichtechter pigmentierter Tinte auf Inkjet Bütten. AUSSTELLUNGEN: in Wien, Salzburg, Niederösterreich und Steiermark, ab 2016 im Rahmen von kunst-projekte. Mitglied bei ::kunst-projekte::.

Gabriele SCHILLINGER www.galeriestudio38.at/GABRIELE-SCHILLINGER

Sie präsentiert zwei Ölbilder mit reduzierten Ast- und Baumstrukturen im Vorder- und einem Teich im Hintergrund. Es sind Symbole für Nähe und Ferne ohne die es keinen Weg gibt. So gesehen sind für sie Polaritäten Verbindungen und Wegmarken zwischen Vertrautem und Unbekanntem.

Geboren 1968 in Wien, als bildnerische Künstlerin Acrylmalerei und Skulpturen aus Speckstein; Autorin, selbständige Trainerin & Coach in der Persönlichkeitsentwicklung u. EDV; Kaffeehaus-Besitzerin in Griechenland (Naxos), Personalbetreuerin und Mitarbeiterin im Familienbetrieb. Zahlreiche Reisen zu unterschiedlichen Kulturen und Landschaften, welche in ihre Werke einfließen. Ausstellungen in Wien und NÖ. Mitglied bei ::kunst-projekte::.

Tschion E. SMOKE  mailto

Er interpretiert in seinen in die Abstraktion driftenden surrealen Acrylbildern das Thema als Konflikt zwischen Künstler (Mensch) und Natur. Der im Chaos fischende Maler übersetzt nicht das Wesen der Natur, sondern gibt ihr die Form, die dem Menschen dient. Seine Darstellung ist „verseucht“ von Symbolen und Vernunft und dämmt das Chaos ein. Der Künstler setzt die Natur in die Grenzen seiner eigenen Geschichte. Im Endeffekt interessiert es die Natur nicht sehr, wie der Künstler denkt, und die Beziehung und Interpretation der Natur seitens des Künstlers ist nicht so sehr authentisch. Er verwendet auch keine Worte und mit der Sprache der Farben rutscht ihm immer etwas Ungenaues heraus, das zur Dynamik der Natur tendiert. Nur der Akt des Malens kann ihn befreien, ihn weniger präzise werden lassen und der Natur wieder näher bringen.

In „Stranded“ erhebt sich die Gottheit aus einem Berg, die Maschine (Vernunft und Technik) beobachtet die Prozesse der mentalen Transformation. Der Mensch ist in sich selbst gefangen, im Geist seines eigenen Verstands.

„Vom Berg hinunter“ setzt sich mit unsicherem Schritt, aber mit präzisem Ziel das Unklare in Bewegung. Die Natur wird vom Menschen in Zeichen und Symbole transformiert, die zu seinen Strukturen passen – wie ein Löwe, der vielleicht nur Mähnen erkennt. Er nimmt seine Wahrnehmung der Natur als Wahrheit an und steigt herunter um die Welt zu erobern.

„Unter dem Teich“ vereint sich der ertrinkende Mensch, der seinen eigenen Körper verliert, mit der Natur und „vergisst“ die Vernunft.

Geboren 1967 in Montecatini Terme, Italien, lebt in Wien. Malt seit seiner Kindheit autodidakt und hat nur sporadisch ausgestellt, bei Freunden. Teilnahme an kollektiven Ausstellungen in Florenz und Pisa in den 90er Jahren. Damals wurden von ihm auch mehrere Lokale und selbstverwaltete soziale Zentren in der Toskana dekoriert. Nach der Übersiedlung nach Wien konnte er seine Bilder in Büros und Geschäften von Freunden zeigen. Ab 2016 Ausstellungen in kleinen Galerien (Galerie KRAS, 1060 Wien, Trashart, 1180 Wien, Galerie Anderart, Wiener Neustadt, Brick 5, 1150 Wien und einjährige Ausstellung im Verkehrsklub Österreich). 


 

POLARITÄT Werkschau 1_3

Motto:
Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich zusammen aus Licht und Schatten…
Leo Tolstoi 

Teilnehmende Künstler_innen:

Mafatime DIONE 
Silvia EHRENREICH
Evamaria KARPFEN
Sylvia KÖLBL
Wolfgang F. MÜLLER
Sara PANCOT
Christoph UIBERACKER (Chris Ui)
Gerald WILFLING

VERNISSAGE
Donnerstag, 16. Februar, 19 Uhr
AUSSTELLUNGSENDE/FINISSAGE
Samstag, 18. März, 16 Uhr






 

 die.events

VERNISSAGE Donnerstag, 16. Februar 2017
FINISSAGE Samstag, 18. März 2017

KÜNSTLERGESPRÄCH(E):

die.künstler & die.werke 

  
       Bilder- und Preisliste 1_3


Mafatime DIONE www.maf-art.de.to

Werke in verschiedenen Farben zu gestalten, ist für den Künstler aus Senegal eine Sache. Nur in schwarz und weiß, Licht und Schatten, hell und dunkel zu malen, reizt ihn immer wieder. So entstand das Landschaftsbild „House of Homberg“, das nur mit diesen beiden Farben eine ganz besondere Ausstrahlung hat. Das Triptychon „Existence“ zeigt intensiv, nur in Schwarz und Weiß, das Leben in drei verschiedenen Facetten.

Geboren 1992 in Thiés / Senegal. In den Kontakt mit verschiedenen Kunstformen kam er schon früh durch seine Familie. Noch während seines IT-Studiums begann er sich intensiv für Kunstgeschichte zu interessieren. Er ließ und lässt sich von berühmten Malern inspirieren. Sein eigener Stil entwickelte sich, je mehr er sich mit der Malerei beschäftigte. Seine Werke erzählen von der Spiritualität und dem Leben in Afrika. Teils realitätsnah, teils abstrahiert oder abstrakt malt er mit Pinsel, seinen Händen oder verwendet Acrylspray. Seine Motive malt er auch auf Shirts, die er dann entweder im Original oder als Druck verkauft.
Zahlreiche E
inzelausstellungen und Beteiligungen in Deutschland, Senegal, Italien, Frankreich und Indien. 2016 Ausstellungsbeteiligung GRENZ_GÄNGE kuratiert von kunst-projekte, 1160 Wien

Silvia EHRENREICH www.galeriestudio38.at/S-EHRENREICH

In der Serie „Der erste Hahnenschrei“ in Form von vier Farbradierungen bezieht sich Silvia Ehrenreich ziemlich genau auf den Inhalt des Zitats, dass „…der Reiz und die Schönheit des Lebens“ sich aus „Licht und Schatten“ zusammensetzen. Bei ihrer Präsentation wird in einfacher Bildsprache die Verbindung von West und Ost gezeigt.

Geboren 1956 in Wien. Lebt in Wien und Lunz am See (NÖ). Zeichnet und malt seit ihrer Kindheit. Kunst bedeutet für sie eine subtile Ausdrucksform, der sie sich seit Jahrzehnten auf ganz unterschiedliche Weise und immer wieder Neues erprobend widmet. Regelmäßige Teilnahme an der Sommerakademie Bohemia für Bildende Kunst in Prag und Kosteletz bei Mag. art. Iva Schach-Miechtner und Mag. art. Luiza Staneva. Kurse in Porträt- und Aktzeichnen (Künstlerische VHS & Künstlerhaus), Ölmalerei bei Michael Fuchs; Dunkelkammer-Workshop in SW-Fotografie. 2010 Nominierung/Teilnahme „Verborgene Schätze der österreichischen Aquarellmalerei“, Leopold Museum, Wien. Zahlreiche Präsentationen und Projekte, Ausstellungen und Kunstmessen national und international. Mitglied der Freien Kunst- und Kulturinitiative Q202 und bei ::kunst-projekte::.

Evamaria KARPFEN www.galeriestudio38.at/EVAMARIA.KARPFEN

Ausgehend von ihrer Chinesischen Tuschmalerei „TEN LANDSCAPES_06“ (2016) enthalten diese als 6teilige Serie konzipierten digital am Computer neu geschaffenen Bilder lichte und schattige Bereiche der Naturlandschaft. Darin integriert ist eine weitere Dimension mit jeweils zwei polarisierenden Farben (blau-gelb, rot-grün, violett-orange), erweitert durch Weiß und Schwarz, um den Eindruck von Licht und Schatten vielfältiger zu vermitteln. Es entsteht eine Verbindung der sehr alten Technik der Chinesischen Tuschmalerei mit dem heute häufig vorhandenen Verlangen nach modern-designorientierten Bildern einer raschlebigen Zeit. Schon seit längerem versucht Karpfen mit ihrer Malerei eine Art „Weltformel“ zu finden, so wie manche Mathematiker und Physiker auf ihrem Gebiet. Diese scheinbare Unmöglichkeit, irgendwann tatsächlich überzeugend umzusetzen, darum ringt die Künstlerin mehr oder weniger in jedem Bild.

Geboren 1950 in Wien; Ausbildung als Musterzeichnerin Textilfachschule Wien; einige Semester Akademie für Angewandte Kunst. Die Natur steht im Fokus ihres Kunstschaffens in Techniken wie Acryl-, Öl-, Aquarell- und Chinesische Tuschmalerei, Reispapier–Collagen, Keramik und Ikebana; Weiterbildung in Kursen, bei Dr. Lena Brauer + (Ölmalerei) und Mag. Marcus Stiehl. Nationale und internationale Ausstellungstätigkeit. Mitglied IG Bildende Kunst, Kulturvernetzung NÖ und bei ::kunst-projekte::.

Sylvia KÖLBL www.galeriestudio38.at/SYLVIA-KOELBL

In den ausgewählten Tierdarstellungen der ehemaligen Veterinärmedizinerin dominieren sowohl Schwarz und Weiß als auch Schatten als Gegenpol zum Licht. Pastellkreiden sind für viele ihrer Arbeiten eine gute Möglichkeit, konkrete Linienführung mit weicher, zum Teil unscharfer Formgebung zu verbinden. Auch die Verwendung von Aquarellstiften und Aquarellfarben erlaubt der Künstlerin präzise Konturen und weiche Farbübergänge zu kombinieren. Das Malmittel Kohle erweist sich für sie hinsichtlich der Aussparung von hellen Flächen und der Betonung der Bildinhalte herausfordernd und reizvoll zugleich. Im Mondlicht ist das nächtliche Treiben eines Wolfsrudels erkennbar, wobei das angestrahlte cremefarbene Fell der Polarwölfe hell leuchtet. Licht ist auch Konturengeber für die Umrisse eines Löwen. Die sichtbare Ausatmungsluft lässt auf eine kalte Nacht schließen. Die Rückenlinie eines liegenden Zebras mit seiner schwarz-weißen Stehmähne erinnert an die „schräge Aufmachung“ mancher Rocksänger. Die Zeichnung des Steppentiers ermöglich ihm eine Anpassung an die Licht- und Schattenverhältnisse und somit eine gewisse Tarnung vor Beutegreifern. Lipizzaner sind „unechte Schimmel“ und werden mit schwarzem Fell geboren. Mit zunehmendem Alter wird die Behaarung infolge Pigmentverlustes und Lufteinschlusses weiß: auf schwarz folgt daher weiß. In dem Bild sind beide Farbvarianten dargestellt: die bereits weiß gefärbte Mutterstute folgt ihrem schwarzen Neugeborenen in den Auslauf; im Schnee sind ihre Schatten schwach erkennbar.

Geboren 1949 in Wien, lebt in NÖ. Studium der Veterinärmedizin. Wissenschaftlich tätig als Virologin; Fachtierärztin und Referentin für internationale Gleichstellungspolitik. Seit 2012 im Ruhestand. Nach Beitritt in das 2013 gegründete Vetart-Kunstforum Wiederaufleben der künstlerischen Aktivitäten; sieht Zeichnen und Malen als Möglichkeit, Phantasien und Emotionen auszudrücken und die Schönheit der Natur nachzuempfinden. Zunächst waren Tierdarstellungen mit Pastellkreiden bevorzugte Motive, ehe sie sich auch anderer Techniken wie Aquarell, Kohle oder Acryl bedient und stets nach neuen, originellen Perspektiven für ihre Bilder sucht. Ausstellungen im Rahmen des Vetart-Kunstforums, 2016 Teilnahme am ART.SALON Summer ’16 von kunst-projekte, 1040 Wien. Mitglied bei ::kunst-projekte::.

Wolfgang F. MÜLLER  www.mywolfgang.at
Seine in Glasplatten geritzten „Eikonogramme“ sind aus dem Zueinander von weißem Lack und Transparenz aufgebaut. Licht und Schatten, Oberfläche und Tiefe treten in Spannung. Verschiedenste Formen und Bewegungen treffen aufeinander, gehen ineinander über. Die Zufälligkeit einer energetischen Momentaufnahme und die tiefe Struktur der Wirklichkeit begegnen sich. Abhängig von Licht und Beleuchtung entstehen verschiedene Effekte, die das Weiß plötzlich als dunkle Fläche erscheinen lassen und schmalen Ritzungen überraschende Weite geben. Die Bezeichnung „deep light – Bilder aus dem Zwischenraum“ verweist auf die Polarität und das Zueinander des Gegensätzlichen, ein Motiv, von dem Müller seit seiner Doktorarbeit über den österreichischen Publizisten Friedrich Heer ständig begleitet wird. Die These lautet dort: „Die Eine Wirklichkeit ist der Prozess der Kommunikation der Gegensätze“ „Aufstehen (uprise)“ zeigt einen Knienden von der Rückseite, den Kopf nach hinten gewendet, um das Aufstehen ringend. Den Körper bildet ein großer Riss, in welchem gegensätzliche Kräfte wirken. „Dreizueins (trinity)“ beschäftigt sich ausgehend vom keltischen Triquetra-Knoten mit der christlichen Gottesbeschreibung als Dreifaltigkeit, die grundlegend ist für das Verständnis der Welt als einheitliche und gleichzeitig vielfältig-gegensätzliche Schöpfung. „Zweizueins (heart)“ hat das Herz zum Thema. Die Grundgestalt wird von zwei Hemisphären gebildet, die in ihrer gegensätzlichen Aktivität den Rhythmus des Lebendigen hervorbringen. Zwischen ihnen entsteht ein mandorlaförmiger Raum.

Geboren 1963 in Salzburg. Verheiratet, Vater von drei Töchtern. Doktor der Theologie (Dissertation über Friedrich Heer). Tätig als Projektentwickler für die Erzdiözese Salzburg. Kreativ tätig als Publizist, Kabarettist. Bildnerischer Autodidakt. Schon als Kind faszinierte ihn die Anfertigung von Landkarten imaginärer Welten. Daraus verselbständigte sich die ornamentale Darstellung von Paradiesgärten und Palästen, „wo der König wohnt“. Später begegnete er dem Mandala, dem Zueinander von Kreis und Quadrat als dem „Allbild“ von Himmel und Erde. Seine „Mandalas“ sind ihm dann mehrfach explodiert, wurden polyzentrische, chaotische Momentaufnahmen dynamischer Prozesse, innen, außen und haben doch ihre Grundbezugsform gefunden. Ab dem Jahr 2000 entstand eine umfangreiche Serie von Mandala-Zeichnungen (Tinte auf Papier, schwarz-weiß, 21 mal 21 cm). Es entwickelte sich eine völlig eigenständige Bildsprache. Zu rein assoziativen Formen kamen gegenständliche Elemente – vor allem Elemente von Gesichtern. Daneben dienen geschriebene Worte, Namen, Sätze als Ausgangspunkte, sodass auch verborgene Kalligrafien entstehenn. Aus den allumfassenden Bildern des Zueinanders von Himmel und Erde wurden gewissermaßen ausschnittartige Momentaufnahmen einer Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit. Darüber hinaus wuchert das Gekritzel immer und überall weiter auf allen Schreibblöcken und Tagesordnungen, wie das Wachstum ungebetener Pflanzen in den Ritzen wohlgestalteter Flächen. 2013 kam er auf die Idee des Zerkratzens von lackierten Flächen, der Störung vordergründiger Ordnungen bzw. der polierten Oberfläche als der Vollendung des Wohlstandsmaterialismus. Diese „Eikonogramme“ auf Glas bleiben formal dem Quadrat verpflichtet. Erlaubt sind lediglich weiß, schwarz und rot. 2012 Ausstellung von Arbeiten auf Papier in einem Salzburger Innenstadtlokal. 2012 Veröffentlichung einer Zeichnung in: Fink, Renate u. a., Vertrauen, Buchen-Verlag. 2013 Veröffentlichung einer Zeichnung in: Mariazellerland GmbH, Mariazeller Pilgerbuch. 2015 Teilnahme an der Sammelausstellung „Kunst Salon Salzburg“ im Gusswerk Salzburg.

Sara PANCOT www.sarapancot.com

Grundaussage ihrer Werke (Acryl, Mischtechnik, verschiedene Materialien auf Leinwand)  ist, dass in der Natur Erschaffung und Zerstörung, Leben und Tod einander fortwährend abwechseln. Die Weiterentwicklung der Lebewesen ist mit diesen Kreisläufen verbunden. Auf der verzweifelten Suche nach Glück und Freiheit und dem Versuch, dem Leid zu entfliehen, verfangen sich die Menschen in einer talwärts führenden Spirale enttäuschter Ziele, Vorstellungen und Hoffnungen. Sie sind nicht in der Lage zu sehen, dass sich der Eingang zum Glück dort befindet, wo man ihn nicht sucht und nicht vermutet, und zwar in der Akzeptanz des Leidens, seiner „Ästhetik“ im philosophischen Sinn. In „Stop it!“ steht eine Frau dem Betrachter leicht dezentral gegenüber, als ob sie von einem Stoß leicht auf die linke Seite geschoben würde. Ihre Hände verdecken ihr Gesicht. Das Licht kommt stark von hinten und von oben. Die Körperkonturen sind sparsam definiert, ihre Mimik kaum zu lesen. Ihre Gestik deutet darauf hin, dass sie gerade leidet. Die Augen sind geschlossen. Die Finger sind dünn und dazwischen fließen ein paar dickflüssige rote Tropfen. Der Pinselstrich ist schnell und sparsam auf die Leinwand gesetzt. Für den Betrachter bleibt vieles offen. Gezeigt wird die Ästhetik des Leidens. Frauen weinen Blut, wenn sie von ihren Kindern getrennt werden, wenn ihre Existenz vernichtet wird, wenn an die Wahrhaftigkeit ihrer Träume nicht mehr geglaubt wird. Sie weinen, seit es Menschen gibt. Alles wiederholt sich im Laufe der Geschichte. In Nietzsches Philosophie ist die ewige Wiederkunft des Gleichen ein zentrales Element. „Alles geht, Alles kommt zurück; ewig rollt das Rad des Seins. Alles stirbt, alles blüht wieder auf, ewig läuft das Jahr des Seins.“ (aus: „Also sprach Zarathustra“) Bei „Freiheit im Blick“ ist das männliche Gesicht stark im Vordergrund und direkt dem Betrachter zugewandt. Der Mann hat keine Hoffnung auf Freiheit, weil die Gefangenschaft Teil seiner Existenz geworden ist. Nichtsdestotrotz ist sein Blick würdig. Ein Anflug von Lächeln, versteckt im Vollbart, ist spürbar. Die Augenbrauen sind hochgezogen und zeugen von Neugier. Die beiden Pole „Freiheit“ und „Streben nach der Freiheit“ sind unvereinbar, aber sie koexistieren. Der Mensch möchte frei sein, schafft sich aber immer wieder neue Grenzen. Nur im Traum kann die Vorstellung, absolute Freiheit zu besitzen, bestehen. Wie Friedrich Hebbel gesagt hat:„Der Traum ist der beste Beweis dafür, dass wir nicht so fest in unsere Haut eingeschlossen sind, wie es scheint.“ „Die perfekte Verteilung der Materie“ besteht aus zwei Teilen. Auf der linken Seite sitzt ein gemütlicher, zufriedener, molliger Mann in Badehose. Auf der rechten Seite ist das Bild vollständig mit Verpackungsmaterialien für Junkfood bedeckt. Darauf ist ein magersüchtiges kleines Kind in schwarzer Acrylfarbe erkennbar. Das Kind sucht mit seinem dünnen Arm nach Essen im Müll. Die beiden Darstellungen entsprechen unserer Realität. Die Essensgewohnheiten unserer Wohlstandsgesellschaft verschlechtern unsere Lebensqualität. Dicke Menschen fühlen sich oft psychisch und physisch krank. Paradoxerweise verschickt Europa seinen Wohlstandsmüll nach Afrika und Indien. Dieser wird zu riesigen Müllhalden zusammengeschoben, auf denen Kinder und Jugendliche oft ohne jedwede Sicherheitsmaßnahmen Arbeiten ausführen und dabei schwer erkranken. Der in die armen Länder verschickte Müll ist auch einer der Gründe der ökologischen Katastrophen in diesen Ländern, aber auch bei uns. Der ganze Müll landet irgendwann im Meer, wird von den Fischen aufgenommen, die wieder bei uns am Teller landen.

Geboren in Mailand, lebt als freischaffende Künstlerin in Wien; Ausbildung an der Universität für Angewandte Kunst und in der Kunstfabrik bei Franz Seitl (Plastik) sowie Studium der Kunstgeschichte an der Universität Wien. Veröffentlichung des Kinderbuches „Come mi vorrei“ mit Illustrationen von Vincent Kudian (Verlagsbüro Brunner. Das Buch wird voraussichtlich im Herbst 2017 in deutscher Übersetzung und eigenen Illustrationen im Ecowin Verlag Salzburg erscheinen) Kurse in Bruno Munari–Methodik und Veranstalterin kreativer Kinderkurse in den Räumen der von ihr geleiteten Kinderbetreuungseinrichtung „Spielzimmer 5 Sinne“, Kindermöbel-Design Kuratorin der Ausstellung „Das Werden der Schönheit“ über „work in progress“ im Rahmen der Gartenrestaurierung in Schloss Hof, architektonische Planung und Konzeption für einige alte Handwerke in Schloss Hof 
2016 Ausstellung: Atelier-Galerie Bajadere in Neuhaus an der Triesting, NÖ

Christoph UIBERACKER (Chris Ui) www.galeriestudio38.at/CHRISUI

Die vier C-Prints sind ästhetische Umsetzungen von Licht und Schatten. In „Kontrolle und kontrolliert werden“ geht es um den Einfluss des Menschen auf die Natur. Energie spendet Licht und ermöglicht Produktivität, die wieder zu noch mehr Kontrolle führt. Dieses Machtspiel kann schnell gefährlich werden, wenn „einer den Knopf drückt“. In „Kathedrale“ erweckt der Verfall schlichte funktionale Industriearchitektur zum Leben. „Abstraktion Raum“ und „LichtFluss“ abstrahieren die Bewegung von Menschen im öffentlichen Raum und Oberflächen beziehungsweise Räume verfallener Industriearchitektur.

Geboren 1972 in Wien, lebt in NÖ; Studium Technische Chemie, Unterrichtstätigkeit Naturwissenschaften - TGM Wien 20, seit Herbst 2016 Orientierungsjahr an der Wiener Kunstschule. Ab 1978 erste Versuche mit Bleistift und Tusche, ab 1985 Ölmalerei, ab 1991 experimentelle Fototouren; beginnt während eines Aufenthaltes in New York City (2000-2001) als Assistent für Physik Auseinandersetzung mit Analogfotografie. Ausstellungen in Wien und NÖ. Mitglied Fotoreferat TU Wien und bei ::kunst-projekte::.  

Gerald WILFLING www.geraldwilfling.com

Das Bild zeigt den Akt einer Frau im Licht, nicht nur schwarz-weiß, sondern bunt, als Ausdruck verschiedener Grade von Schatten. Der Körper an sich ist das universelle Kunstwerk der Schöpfung schlechthin. Gerade der weibliche Körper versinnbildlicht nicht nur Ästhetik, sondern den Ursprung des Lebens durch die Möglichkeit der Mutterschaft. Beleuchtet aus verschiedenen Blickwinkeln ist es eine persönliche Darstellung der ganzen Schönheit des Lebens

Geboren 1967 in Innsbruck, nach Abschluss der Handelsschule dreieinhalbjähriger Auslandsaufenthalt in England und Japan, lebt in Wien. Hat bis zum 41. Lebensjahr sein Leben neben seiner Familie fast ausschließlich dem Berg- und Klettersport gewidmet, in den letzten Jahren auch dem Triathlon. 2015 ist sein Interesse an Kunst zum Versuch übergegangen, selbst bildnerisch schaffend zu werden. Seither ist das Malen seine große Leidenschaft geworden. Erste Bilder entstanden im September 2015. 

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presseinformation

PRESSETEXT 2_3
Der schöpferische Mensch und seine Beziehung zur Natur in einer faszinierenden Werkschau! 
Zehn Künstlerinnen und Künstler, die aus Italien, Russland, Ungarn und Österreich stammen, sind an der zweiten von drei Gruppenausstellungen zum Jahresthema POLARITÄT beteiligt, die am 16. Mai im Club International eröffnet wird. 
Der Schwerpunkt der zweiten vom Verein ::kunst-projekte:: kuratierten Werkschau liegt auf der Beziehung des schöpferischen Menschen zu Natur und Umwelt. Das Thema wird mittels Grafik, Zeichnung, Malerei in verschiedenen Techniken bis hin zu naturähnlichen Installationen und Materialbildern untersucht und vielschichtig dargestellt. Auch die Polarität von Chaos und Ordnung, von Schönheit und Verfall, Lebendigkeit und Morbidität, spielt eine wesentliche Rolle. Darüber hinaus lassen sich interessante Querverbindungen und Überschneidungen von Motiven in den ausgestellten Werken entdecken. 


PRESSETEXT 1_3

Polarität – Beginn der Ausstellungsreihe über eine Welt der Gegensätze!
Am 16. Februar wird die erste Werkschau zum aktuellen Jahresthema „Polarität“ eröffnet. Der Themenbereich wird im gesamten Jahresprogramm, speziell aber in diesen drei vom Verein ::kunst-projekte:: kuratierten Gruppenausstellungen im Club International künstlerisch interpretiert und aufgearbeitet. Polarität ist allgegenwärtig. Offenbart sich doch die äußere Welt überhaupt nur durch Gegensätze oder Gegensatzpaare, die untrennbar miteinander verbunden sind: Tag lässt sich nur im Kontrast zur Nacht definieren, Heiß nur, wenn es auch Kalt gibt, keine Armut ohne Reichtum etc. Der Begriff hat – betrachtet man die Menschheit voller Konflikte und Ungleichheit – auch politische Bedeutung. An der ersten von drei Gruppenausstellungen zu diesem komplexen und vielschichtigen Thema, der ein Zitat von Leo Tolstoi als Motto voran steht, nehmen 8 Künstlerinnen und Künstler teil. In ihren Arbeiten – Malerei, Zeichnung, Radierung, Fotografie, Computerdruck, Assemblage oder „Eikonogramme“ auf Glasplatten – verwenden sie zum Gegensatzpaar „Licht und Schatten“ ganz unterschiedliche Bildsprachen und Bildmotive. Die Darstellungsformen reichen von der polarisierenden Farbwahl (z. B. schwarz-weiß, hell-dunkel, Licht und Schatten), der gegensätzlichen Linienführung (scharf-unscharf, dynamisch-statisch) bis hin zu inhaltlichen - religiösen, philosophischen oder gesellschaftspolitischen - Interpretationen.


 


TERMIN 2 POLARITÄT 2_3 VERNISSAGE Dienstag, 16. Mai 2017, 19 Uhr
AUSSTELLUNGSENDE Samstag, 10. Juni 2017
Motto:
Der Künstler ist Erfinder und Dolmetscher zwischen Natur und Kunst…
   Leonardo da Vinci

                    

TERMIN 3 POLARITÄT 3_3 VERNISSAGE Samstag, 16. September 2017, 19 Uhr
AUSSTELLUNGSENDE Samstag, 14. Oktober 2017
Motto:
Leben und Tod, Wachen und Schlafen, Jugend und Alter ist bei uns ein und dasselbe: denn dieses verwandelt sich in jenes und jenes wiederum in dies…

   Heraklit
                    
EINREICHUNGEN bis zum Montag, 26. Juni 2017

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