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POLINA GAZHUR


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vita


Geboren 1979 in Moskau

– Kunstschule in Moskau (1990-1994 )
– staatliche Universität in Moskau (Diplom in Kunstgeschichte) 1996-2001

Verheiratet, zwei Kinder
Lebt und arbeitet seit 2010 in Wien

www.polina-gazhur.com           www.facebook.com/polina.gazhur    mailto: polina gazhur

 

text

Die folgenden Worte von Nabokov liebe ich innig:
„It occurs to me that the closest reproduction of the mind’s birth obtainable is the stab of wonder that accompanies the precise moment when, gazing at a tangle of twigs and leaves, one suddenly realizes that what had seemed a natural component of that tangle is a marvellously disguised insect or bird”. (Mir fällt auf, dass die Geburt des Geistes am nächsten mit dem Stich eines Wunders vergleichbar ist, dem Moment, wenn man auf ein Gewirr von Zweigen und Blättern blickt, und plötzlich erkennt, dass ein natürlicher Bestandteil dieses Gewirrs ein wunderbar getarntes Insekt oder Vogel ist.)
Es scheint mir, dass unser Leben aus solchen einfachen Ereignissen besteht und dass unsere alltäglichen Empfindungen die wichtigste Grundlage unseres Lebens bilden. Denn diese einfachen Ereignisse kann man oft als die bedeutsamsten Ereignisse betrachten. Das ist das Modell unseres Lebens, es ist nichts von ihm wegzuwerfen.
Was versuche ich denn in meinen Bildern zu machen? Ich bringe meine Empfindungen in Farbe, Linie und Form zusammen. Auf diese Weise versuche ich dem Unbeschreiblichen eine Gestalt zu verleihen.
Ich kann sagen, dass Farben meine Bilder bestimmen. Damit meine ich, dass die Symbolik der Farbe für mich von großer Bedeutung ist. Farbe steht bei mir an der ersten Stelle. Meine Empfindungen formen sich zuerst in Linien und Farben, bevor sie sich in Bilder verwandeln.

Über Polina Gazhur:
Die aus Russland stammende Malerin Polina Gazhur versteht sich als malende Schriftstellerin, die philosophische, psychologische und metaphysische Überlegungen und Gedanken mittels Farben und Linien anstelle von Buchstaben zu einer eindringlichen bildnerischen Symbolsprache verdichtet. Es kommt dabei im Idealfall anhand der Bild-Symbole zur Vermittlung der Botschaften zwischen ihren Bildern und den BetrachterInnen, also zu einer sogenannten symbolischen Interaktion, die für das Genre des Symbolismus charakteristisch ist.

Vita 
Geboren 1979 in Moskau, aufgewachsen in einer Künstlerfamilie, Kunstschule in Moskau (1990-1994 )
staatliche Universität in Moskau (Diplom in Kunstgeschichte) 1996-2001. 
Nach dem Studium arbeitete sie als Historikerin und Kunsthistorikerin, aber der Fokus war immer auf die Malerei gerichtet
Zahlreiche Ausstellungen in Österreich und Russland

Selbstbild
Polina Gazhur ist in russischen Künstlerkreisen aufgewachsen und war schon seit ihrer Kindheit mit Malerei und Kunst im Allgemeinen konfrontiert. Nach Absolvierung einer Kunstschule und Abschluss des Kunstgeschichtestudiums verzichtete sie bewusst auf ein Kunststudium und damit auf eine akademische Malerausbildung, da sie diese Welt und deren Bedingungen durch ihre Eltern zur Genüge kannte, darin aber nicht ihre Zukunft als Künstlerin sah. 
So war es ihr nie ein Bedürfnis, die Malerei als Beruf auszuüben, als Berufskünstlerin zu gelten, da sie ihr künstlerisches Schaffen als Freizeitbeschäftigung sieht. Zu groß scheinen ihr die mit dem arrivierten Kunstbetrieb und Kunstmarkt verbundenen Abhängigkeiten und zu gering die Freiräume für Experimente, die sich aus dem Zwang, Geld zu verdienen, ergeben. 
Einen sehr interessanten Einblick in ihre Arbeiten gibt uns das künstlerische Selbstbild von Polina Gazhur:  sie sieht sich selbst nicht als Malerin, sondern eher als Schriftstellerin, die anstelle der Buchstaben und Worte Farben, Linien und Symbole zum Ausdruck ihrer Gedanken und Ideen verwendet. So entstehen ihre charakteristischen Bildgeschichten.

Stilistik
Polina Gazhur hat im Laufe ihres Schaffens eine sehr eigenständige, eindringliche Bildsprache entwickelt. Malerei und Grafik ergänzen und verschränken sich in ihren Arbeiten. Stilistisch sieht sie sich selbst am ehesten in der Tradition des Symbolismus, natürlich nicht im streng kunsthistorischen Sinn. 
Den Künstlern Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts, die wir heute dem Symbolismus zuordnen, ging es in ihren Werken nicht um eine wirklichkeits- bzw. naturgetreue Darstellung ihrer Motive. „Die wesentliche Eigenschaft der symbolistischen Kunst besteht darin, eine Idee niemals begrifflich zu fixieren oder direkt auszusprechen“ (Jean Moréas). Ihre Bilder zeugen vielmehr von gefühlten Ereignissen, erlebten Ängsten, Verwirrungen des Daseins an sich. Oft sind es Symbole, die grundlegende Themen wie Mythen, Tod, Leidenschaft und Sünde widerspiegeln. Die reale Welt war nur Mittel zum Zweck. Sie verhalf den KünstlerInnen, ihr Inneres  - moralische und menschliche Aspekte – auszudrücken und zu verarbeiten.

Für Polina Gazhur ist in diesem Zusammenhang vor allem die geheimnisvolle Bild- und Symbolsprache der Renaissancemaler Pieter Bruegel der Ältere und Hieronymus Bosch faszinierend: „Ich verstehe die beiden.“

Die Künstlerin bevorzugt bei ihren farbigen Bildern Ölfarbe, verwendet aber auch  Acrylfarben, Tusche und Marker für graphische Arbeiten und Bilder in Mischtechnik. Ölfarben haben für die Künstlerin ein Eigenleben, sind lebendig. Sie benötigen Sensibilität, und man muss sich mit dieser anspruchsvollen Technik intensiv auseinandersetzen „wie mit einem Menschen“. Die unterschiedlichen Maltechniken haben ein unterschiedliches Ausdrucksspektrum und finden deshalb in ihren Bildern jeweils für bestimmte Themen Verwendung.  Die Technik an und für sich ist aber für die Künstlerin schlussendlich nicht so wichtig wie das zugrunde liegenden Ideen- und  Gedankengebäude.

Arbeitsweise
Am Anfang jedes Bildes stehen Gedanken und Fragen, die die Künstlerin längere Zeit beschäftigen. Dabei interessieren Polina Gazhur vor allem die philosophischen, psychologischen und metaphysische Dimensionen des menschlichen Seins. Wichtig ist ihr die Balance zwischen Emotionalem und Rationalem. In einem mentalen Reifungsprozess nehmen die Gedanken Gestalt an und “keimen schließlich im Kopf wie Saatkörner“. Das Malen stellt für die Künstlerin gleichsam eine Visualisierung ihrer Gedanken mittels Farbe, Form und Symbolen dar. Es ist wie ein Gespräch, ein Dialog der eigenen Innenwelt mit dem entstehenden Bild.

Der Malprozess selbst folgt keinem fixen Plan, beginnt mit mehr oder weniger detaillierten Skizzen. Das Bild entwickelt sich dann reflexiv, Schritt für Schritt. „Wenn ich in gutem Kontakt zum Bild bin, antwortet es, und es kommt zu spontanen, aber auch logischen Reaktionen und Änderungen auf das bereits Gemalte.“  
Die fertigen Bilder beantworten die anfangs gestellten Fragen, manche optimal, manche weniger befriedigend wie auch im realen Leben. Ist das Bild fertig, ist meist auch der Diskussionsprozess abgeschlossen. Stellen sich diesbezüglich keine Fragen mehr,  reift das nächste Thema heran. Bilder sind wie Kinder, meint die Künstlerin, alle sind sehr verschieden. Manche Bilder stehen der Malerin  näher als andere und haben ihr auch noch nach vielen Jahren etwas zu sagen.

Außenwelt
Als Resonanz auf ihre Arbeiten schätzt Polina Gazhur eine konstruktive Auseinandersetzung zwischen dem Publikum und ihr. Leute, die dieselben Fragen stellen, die die Geschichten in ihren Bildern erkennen, die mit ihr in einen Diskussionsprozess eintreten wollen. Es kommt dabei im Idealfall anhand von Symbolen zur Vermittlung der Botschaften zwischen ihren Bildern und den BetrachterInnen, also zu einer sogenannten symbolischen Interaktion, die für das Genre des Symbolismus charakteristisch ist.

Die Malerin beschreibt den gesellschaftlichen Beitrag ihrer Kunst mittels einer einfachen Metapher: Die kleine Kerze am Fenster, die zum Nachdenken über innere Befindlichkeiten und Prozesse anregen soll. Als kleinen Beitrag, um über die Beschäftigung mit sich selbst auf die Außenwelt einzuwirken. Insofern  lehnt sie das Malen von „Negativem“, das zu viel eigene Energie und Substanz kostet, ab und bevorzugt stattdessen dessen künstlerische Transformation. 

Ihre künstlerische Zukunft betreffend ist Polina Gazhur auf der permanent en Suche nach dem „idealen Malstil“, der es ihr ermöglicht, ihre Gedanken zwischen den Polen der Abstraktion und des Gegenständlichen  optimal auszudrücken und zu projizieren. 

Dr. Michael Groier

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ausstellungen

2016

              2. April - 23. Mai Das epische Theater (Epic Theater) Arbeiten auf Papier bei Kunst im Xi
              Bilder- und Preisliste DAS EPISCHE THEATER als PDF
 

2015, 2016

Mittwoch, 25. November 2015 Samstag, 30. April 2016 EINZELAUSSTELLUNG BrainStories 
Bundesanstalt für Bergbauernfragen Marxergasse 2, 1030 Wien 

2015


Freitag, 16. Oktober Vernissage bei Garde Blanche Mode & Vino 
Wipplingerstraße 8, 1010 Wien bis 2016 bz Ankündigung

Montag, 28. September - Sonntag, 4. Oktober SYMBOLISCH (EA) Eventfotos
Gallery MERIKON Art Room Wallnerstraße  4 Hof 2, 1010 Wien

Teilnahme an der Gruppenausstellung SPACES in der Gallery MERIKON Art Room vom 2. - 9. Juni
Wallnerstraße 4 Hof 2, 1010 Wien 

16. April - 26. Mai Gruppenausstellung UTOPIE_LANDschaft OFFSPACE Club International Payergasse 14, 1160 Wien

mit Werken vertreten im PAPPELBLATT Heft 4/15 www.sonneundmond.at

30. März bis 8. April Teilnahme an der GRUPPENAUSTELLUNG in der Gallery MERIKON Art Room, Wallnerstraße 4 Hof 2, 1010 Wien

16. Jänner bis 19. Februar GAZHUR UNIVERSE Die Welt von Polina GAZHUR
MARKUSKIRCHE Ottakring Thaliastraße 156, 1160 Wien (EA) Ausstellungsansicht

bis 17. Jänner „Polina Gazhur. Sketches”. Ristorante “Bella Lisa”, Sechshauserstraße 83, 1150 Wien.


2014
              CD Covergestaltung für den Pianisten Patrick Péronne

Weihnachtsausstellung, Gruppenausstellung, Gallery Merikon, Wien
EVOLUTIONARY LINES. Gallery MERIKON Art Room, Wien (GA)
EMBRACING NATURE. SARTO Art Agency, Waidhofen an der Ybbs, NÖ (GA)
“Polina and Victoria”, Vernissage, Gallery Merikon, Wien
“A little bit of the world”, Vernissage,  Gallery Merikon, Wien

2013

Auktion und Ausstellung VON ATTERSEE BIS ZDRAHAL Gallery MERIKON Art Room, Wien und Lions Club Wien Maria Theresia
SHE (mit Meri Ugrinovska und Marianna Blier), Gallery MERIKON Art Room, Wien
THOUGTHFUL (mit Alexander Gajour). Gallery MERIKON Art Room, Wien
SKETCHES OF INNER SPACE. Galerie Benedict, Wien (EA)
SUNSHINE. Gallery MERIKON Art Room, Wien (GA)
UNDER THE UMBRELLA Gallery MERIKON Art Room (GA)
100th Anniversary of the Moscow Art Assembly, Moskau (GA)
The Association of Moscow artists, Moskau (GA)
Art improvisation performance SYNTHESIS OF ART (Malerei, Tanz und Musik) bei Natya Mandir, Wien
DIE INNERE AUSSTELLUNG. Raiffeisen-Bank, Wien

2012

EINFACHE EMPFINDUNGEN. Gallery MERIKON Art Room, Wien (EA)
Art exhibition for the 80th anniversary of the Moscow Union of Artists BOOK, Haus der Künstler. Moskau

2009

NON/FICTION. 11th International Fair of Intellectual Literature. Ausstellungsprojekt „Buchillustration" Haus der Künstler, Moskau

2008

NON/FICTION. 10th International Fair of Intellectual Literature. Ausstellungsprojekt „Buchillustration" Haus der Künstler, Moskau


 

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 werke

Die Gemälde von Polina Gazhur sind nicht leicht einem bestimmten Genre der Malerei zuzuordnen. Landschaft, Stillleben und sogar Porträt stehen in ihren Arbeiten als Teile des Ganzen. Trotzdem kommen diese Genres bei ihr nicht in erster Linie zum Tragen. Hätten wir uns ein ganz neues Genre vorzustellen, dann würde der Begriff „Malerei der Überlegung“ am besten zu den Arbeiten von Polina passen, da jedes ihrer Bilder eine eigene Variante des Daseins darstellt, wo die Realität vor Phantasie und Symbol zurücktritt.
Vordergründig kann man Polinas Malerei als „weiblich“ einstufen. Aber hier besteht wieder eine Reihe von Vorbehalten. Die übermäßige Expression oder die Sentimentalität, die oft der weiblichen Malerei zueigen ist, wird unbarmherzig über Bord geworfen. Wenn wir „weiblich" sagen, meinen wir jene gemütliche beschauliche Welt, die Polina in ihren Bildern schafft. Diese  Welt ist so komfortabel, dass man sich mit ihr unbedingt anfreunden und einen Teil davon in sein eigenes Leben mitnehmen will.
Oft wendet sich Polina philosophischen Themen zu. Der Betrachter lässt sich ins angebotene Spiel zuerst auf der Höhe des Sujets ein, dann auf der Höhe der Farbenwahrnehmung und später, schon intuitiv, errät er den unausgesprochenen Bedeutungssinn des Bildes. Ein von Polinas bevorzugten Themen ist die gewisse Grenze, an die wir zu den entschlossensten Momenten unseres Lebens unvermeidlich herankommen. Sie zu überschreiten bedeutet gleichzeitig zu verlieren oder zu gewinnen. Der kleine Jäger erstarrt vorsichtig am Rande des Waldes, er fürchtet sich, von seiner sicheren Decke auf die sonnige Waldwiese hinauszugehen; das Mädchen füttert die geisterhaften Vögel jenseits der farbigen Gardine, sie kann sich nicht erkühnen nach draußen zu treten und zu prüfen, ob diese Vögel real sind oder nur in ihrer Phantasie existieren; der Mensch, der sich von der Realität der alltäglichen Welt losreißen und den ersten Schritt entgegen seiner eigenen Welt machen will, aber dazu muss er die feste Oberfläche der Brücke verlassen und die Ungewissheit betreten – alle diese Gestalten sind ungewöhnlich schön und poetisch, es ist angenehm sie anzuschauen und über die denkt man gerne nach.
Polina malt mit Öl in verschiedenen Techniken. Für einige Bilder wählt sie die pastose Technik mit dem Fakturenpinselstrich, aber oft bevorzugt die glatte Malart. Helle Farben und kontrastreiche Konturen erinnern uns manchmal an Glasmalerei. Die Kontur ist bei Polina die wichtigste dekorative Komponente. Die ungewöhnliche Farben, die Polina für die exakte Kontur ausgewählt hat, können dem ganzen Bild die Tonart geben. Die flaumig weißen Blumen mit der gold-bronzen Kontur, der phosphoreszierend-rote Elefant mit der blauen Kontur, grasgrüne und braune in nassen Tönen – unser Auge genießt es, die außergewöhnlichen "Farbfindungen" zu sehen.
Die Farbe ist bei Polina das wichtigste dekorative Hauptinstrument. Einige Farbkombinationen wie zum Beispiel orange und türkisblau, dunkelgrün und hellviolett machen ihre Malerei guten Märchen ähnlich.
In Polinas Bildern findet man vor allem das intuitive Streben nach Schönheit und die Suche nach dem wahren Geist. Diese Komponenten machen ihre Malerei „echt" und "lebendig". Deshalb spürt man in ihrer Malerei so stark das tiefe Interesse für die Umwelt und für den Menschen.

Kunstkritikerin Natalia Vasilenko

aktuell







 


PRESSE

Improvisation Musik Tanz Malerei — mit Rina Chandra und Polina Gazhur


Polina Gazhur auch in der TARANTEL März 2016 Link
 
 

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