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HELGA KOLSKY


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vita

Helga Kolsky, 1943 in Wien geboren, Matura, Englischstudium.
Lebt in Wien und findet nach jahrzehntelanger Berufstätigkeit endlich Zeit zum Schreiben.

Mitglied bei den Mörderischen Schwestern.







 


www.galeriestudio38.at/HELGAKOLSKY mailto: helga kolsky

 

text

Ich habe immer gerne Geschichten erfunden, schon während der Schulzeit.
Jetzt, im Alter, finde ich endlich Zeit, ein paar von diesen Geschichten aufzuschreiben.

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lesungen

2016

Eventfotos vom 25. Februar
Donnerstag, 25. Februar gemeinsame Lesung mit Ingrid J. Poljak
Bücherecke BeLLeArTi GmbH Wiedner Hauptstr. 131, 1050 Wien
www.buecherecke.at


2015
Samstag, 31. Oktober: Lesung beim ART.SALON 2015 (mit Ingrid J. Poljak)
20. Jänner Gemeinsame Lesung mit Ingrid J. Poljak bei bilder.worte.töne

2014
Büchertisch beim ART.salon 2014 24. - 26. Oktober
20. September KRIMI.Zeit! bilder.worte.töne, 1200 Wien
20. März bilder.worte.töne, 1200 Wien
2. Jänner Literarischer Neujahrsempfang Xi CAFE & BAR, 1020 Wien

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literatur projekte
 

2015 Das Amulett und andere seltsame Geschichten 
von Helga Kolsky (Autor)

Vier seltsame Geschichten, vier offene Fragen: Verfolgen Anderswelt-Wesen die Räuber eines Schatzes?
Was erzählt die kleine Alina, die vom Kirchturm wegfliegen wollte? Wer ist die Schöne, mit der Jo Ender in ein Unwetter hineinrudert?
Und was hat es mit der Katze auf sich, die sich bei einem neuerdings erfolgreichen Schriftsteller eingenistet hat?

Taschenbuch: 108 Seiten
Verlag: Tredition (29. Mai  2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3732339947
ISBN-13: 978-3732339945
Kindle Edition 3,99 Taschenbuch 7,99













Das Asmodeus-Prinzip (HC, TB und eBook) 340 Seiten
Verlag tredition

TB: ISBN 978-3-8495-9592-0 € 15,40 (A)
HC: ISBN 978-3-8495-9593-7 € 23,20 (A)
eBook ISBN 978-3-8495-9594-4 € 2,99

www.amazon.de/Das-Asmodeus-Prinzip-Satirischer-Helga-Kolsky/dp/3849595927
www.facebook.com/pages/Helga-Kolsky/1477154535889306
http://vienna-news.com/das-asmodeus-prinzip-satirischer-krimi-nimmt-nicht-nur-die-oesterreichische-politik-gehoerig-unter-die-lupe
 

Inhalt:
Die rechte Reichshälfte bekämpft einen Wahlirrtum des Volkes, Ex-Politiker konspirieren mit Soutaneträgern, um die alte Ordnung - besser noch die ganz alte Ordnung - wiederherzustellen. Demos und Gegendemos verwüsten die Wiener Innenstadt, Mordanschläge werden vertuscht, während die Medien genüsslich obrigkeitliche Sexskandale ausschlachten. Der Dämon Asmodeus, Hüter der Schätze und zuständig für Zorn, Gier und Wollust, wittert fette Zeiten und nistet sich bei der Bibliothekarin Anika ein, deren Dasein schnell an Farbe gewinnt. Doch kein Abenteuer ohne Risiko. In brenzligen Situationen sind Asmodis Kommentare wenig hilfreich, und fürs Romantische fühlt er sich nicht zuständig...















Leichen und andere Pannen (nur eBook) 464 KB Verlag BoD E-Short € 0,49
ebook/dp/B00NGL5WNK
www.amazon.de/Leichen-andere-Pannen-kriminelle-Geschichten-

Diese Hochzeit
Eine Hochzeitsfeier, KO-Tropfen für eine junge Anwältin, am nächsten Vormittag erwacht sie unversehrt in der Wohnung eines Unbekannten. Ist dieser Mann der Mörder des Bräutigams?

Die Schauspielerin
Caro, schlecht gebuchte Mimin, verdingt sich gelegentlich als Lockvogel bei einem Privatdetektiv. Bisher konnte sie brenzlige Situationen immer vermeiden...

Tirolerhaus
Ein Ferienhaus in lieblicher Landschaft, drei Frauen, die einander bisher nicht kannten, und die nur eines, besser gesagt einen, gemeinsam haben: Jack. Aber Jack ist nicht da. Und wo ist diese vierte Frau, die auch noch kommen wollte?

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aktuell

2017


 

textproben

Der große Redner
Über den Graben wälzten sich die Massen, Anika hörte das typische Dröhnen, als wären Hornissen ausgeschwärmt. Sie wollte so schnell wie möglich in Richtung Bibliothek entkommen, wurde in der engen Gasse von einem Trupp Polizisten abgedrängt und fand sich plötzlich näher am Geschehen als vorher. Sie rüttelte an mehreren Haustoren, und plötzlich stolperte sie über einen dicken Kabelstrang, der sich aus einem Geschäftsportal schlängelte.
„Öha, Gnädige!“ Ein großer, fetter Kerl, Käppi, Overall, Ordnerschleife um den Bizeps, fing Anika auf und hielt sie fest.
Autsch, was ist denn das für ein Troll!
 Ein zweiter Typ mit tätowiertem Nacken lehnte an der Auslagenscheibe. Offenbar waren die zwei abkommandiert worden, um auf das Kabel aufzupassen. Sonst ließ sich in der Gasse kein Mensch sehen, alle Geschäftsleute waren eingeriegelt.
„Oh, danke!“, stotterte Anika und hielt sich an einem borstigen Unterarm fest. „Hab das Kabel gar nicht gesehen!“
Der zweite Mann kam näher. „Aufpassn, wost hinsteigst, gell, Pupperl!“
„Ich bin halt ein Schussel“, Anika strahlte den Fetten mit ihrem süßesten Lächeln an. „Zum Glück gibt es noch Kavaliere!“
Halt, halt!, kreischte Asmodi. Bist du jetzt übergeschnappt oder echt so blöd!
Aus dem Nichts tauchten vier Gestalten auf, Sweatshirt-Kapuzen in die Stirn gezogen, die untere Hälfte des Gesichtes hinter Halstüchern verborgen. Je zwei von ihnen droschen den Kabel-Aufpassern Knüppel ins Kreuz. Polizeiknüppel. Anika, weggestoßen, taumelte gegen die Hausmauer, schlug sich die Stirn an und stürzte. Sie sah noch, wie die gefällten Aufpasser ins Tor gezerrt wurden, dann rannte sie davon, oder humpelte, so schnell sie konnte. Den Kapuzenmännern war sie glücklicherweise egal, niemand folgte ihr.
Falsche Richtung!, kreischte Asmodi.
Sie kam erst mitten auf dem Graben zum Stehen, beziehungsweise wurde von den vielen anwesenden Menschen gebremst. Ordner, ähnliche Gestalten wie vorhin, versuchten, die Demonstranten von den einmarschierenden Wichtigmännern fernzuhalten, Polizisten in Kampfadjustierung standen entlang der Fassaden oder lauerten trüppchenweise an der Einmündung Kohlmarkt. Von dort her war die Gegenkundgebung zu erwarten. Das Kabel, über das Anika zuvor gestolpert war, schlängelte sich unter ein Podium nah am Eck zur Kärntner Straße, und der Heimat-Führer hatte soeben die Plattform erklommen. Flankiert von mehreren Adjutanten und zwei großen Lautsprecherboxen ergriff er das Mikrofon. Ein Siegerlächeln für seine jubelnden Fans, dann hob er an zu reden: „Liiibäää Freundäää …“
Krack, knack, tönten die Lautsprecher.

Frau Nedbal macht sauber
Frau Nedbal hantierte in ihrer Küche und behielt dabei das Geschehen vor dem Haustor im Auge. Die beiden Autospiegel, die sie links und rechts am Fensterstock montiert hatte, erweiterten ihr Gesichtsfeld beträchtlich.
Ein alter Herr kam ins Haus, die Bespannung seines Schirms reichte nur mehr über drei Speichen, der Rest flappte in der Zugluft. Die Nedbal streckte den Kopf aus ihrer Tür. „Hea Blum, lossns endli Ihnan Schiam richtn, Se wean jo waschlnoss!“
„Schlimmes Wetter, wirklich…“ Herr Blum nickte der Nedbal zu und schüttelte das zernepfte Schirm-Ungetüm im Hausflur aus, Tropfen spritzten im Kreis an die Wände.
„Jessas, der terrische Tattrich!“ Die Nedbal griff nach ihrem Besen. „Da reinste Wurschtl is ma fia de Leit! Und des Toa mochta aa ned zua!“
Eine schmale Gestalt, gehüllt in eine Pelerine, Kapuze tiefgezogen, Plastiksack unterm Arm, stürmte durchs offene Haustor und die Stiegen hinauf, vorbei am alten Herrn Blum.
„He, hoit, kane Zeddlvatäula in meim Haus, es wisstsas gaunz genau!“
Keine Reaktion.
„Na woatnua, bisd owekummst!“ Die Nedbal bezog Posten hinter ihrer Tür.

Zwei Minuten später ging im dritten Stock die Alarmanlage los, heulte, jaulte, waberte auf und ab. Sogar der schwerhörige Herr Blum, eben vor seiner Wohnungstür angekommen, hob den Kopf.
„Aha!“, sagte die Nedbal leise. „No schau.“ Rasch stieß sie beide Torflügel auf, entleerte den Rest Seifenwasser aus ihrem Putzkübel in den Hausflur und packte ihren Besen fester.
Eiliges Getrappel im Stiegenhaus, der Mann in der Pelerine kam heruntergerannt. Zack, fuhr der Besenstiel aus der Hausmeisterwohnung, genau vor die flüchtenden Beine. Die Seife auf dem Boden schäumte. Der Mann schoss waagrecht aus dem Haustor und zischte durch die Lacken wie ein wassernder Riesenvogel. Die Nedbal, unerschrocken, Besen wieder in der Hand, platschte ihm nach, aber der Mann rappelte sich hoch und rannte, hinkte, rannte. Nur sein Plastiksack blieb zurück. Die Nedbal klaubte ihn auf. „Ah“, sagte sie. „Schraufenziaga zwischen de Papirln.“ Sie eilte zurück in ihre Wohnung, holte ein kleines Gerät aus der Küchenlade und tippte eine Zahlenreihe ein. Der Alarm hörte schlagartig auf. „Ois in Urdnung!“, brüllte sie ins Haus hinauf. „Fehlalaaarm!“ Dann kramte sie ihr Handy aus der Schürze und wählte eine Nummer.
Das erbeutete Beweisstück legte die Nedbal ins Besenkammerl, holte ein trockenes Bodentuch und wischte die Seife aus dem Hausflur. Plötzlich schaute sie an sich hinunter. „Jössers, gaunz nosse Fiaß!“ Sie trat sich die Schlapfen von den Füßen und zog sich in ihre Wohnung zurück.
„Des mocht oba an Hundata Maut, mei liaba Hea Freind mit dar schiefn Nosn!“, murmelte sie.
© Helga Kolsky aus Das Asmodeus Prinzip

 
Doktor Jonas Ender kam spät zum Frühstück herunter. Warum auch nicht, schließlich war Urlaub, und das schon seit gestern Abend. Die Hinweistafel ÄRZTEKONGRESS hatten die Hoteldiener längst weggeräumt, die flotte Internistin aus Düsseldorf saß längst in ihrem Flieger. Auch Helen sollte abgereist sein. Helen irritierte Jo immer noch. Er redete sich ein, der Grund für sein Unbehagen wäre allein Helens Zugehörigkeit zu Professor Sartorius’ Klüngel. Die Einladung hierher hatte Jo ihr zu verdanken, aber er wusste nicht, ob sie ihm damit einen Gefallen tun wollte oder ihn ärgern. Wahrscheinlich beides.
Aber jetzt strahlte die Sonne über See und Berge, und Jo freute sich auf einen entspannten Tag.
Vielleicht doch nicht so entspannt; Helen trottete von der Seewiese her in die Halle, im Joggingzeug, dampfend wie ein Ross. „Auch schon munter?“ grinste sie. „War’s denn so anstrengend, die Düsseldorf-Tante zu bespringen?“
„Und du? Solltest du nicht frühstücken mit dem Professor?“ Jo kniff die Augen zusammen und spähte hinaus auf die Terrasse. „Denk an deine Karriere!“
„Geh mir aus dem Weg“, sagte Helen.
Helen wandte sich zum Lift, Jo hielt sie am Arm zurück. „Wer ist denn die Schöne, auf die dein Professor gerade einredet?“
„Seine Ehefrau, wer sonst?“ Helen lachte. „Du hättest das gesellige Beisammensein gestern Abend nicht schwänzen sollen.“
„Und wo hat der Alte dieses Schneewittchen her?“
„Wahrscheinlich Patientenmaterial. Lass ja die Finger von ihr!“ Helen wand sich aus Jos Griff, und die Lifttür schloss sich hinter ihr.
Jo setzte sich in den Frühstücksraum, obwohl ihm die Seeterrasse lieber gewesen wäre. Aber er wollte ungestört Professors Ehefrau Nummer drei beobachten, die sich soeben eine riesige Sonnenbrille vors Gesicht schob. Draußen rückte der Kellner geschäftig den aufgespannten Schirm zurecht, obwohl das edle Paar ohnehin nicht in der Sonne saß.
© Helga Kolsky aus: Die Wasserfrau

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